TuS N-Lübbecke beim HC Erlangen völlig chancenlos –Nach dem 22:29 bleibt Hoffnung auf Turnaround im Derby

Nie ernsthaft für einen Sieg in Frage kam der TuS N-Lübbecke am Sonntagnachmittag in Nürnberg beim HC Erlangen. Im Gegensatz zum Hinspiel im Oktober (20:21) war es schon nach wenigen Minuten kein Spiel mehr auf Augenhöhe. Vielmehr agierte Erlangen über weite Strecken dieser Partie am 6. März mit klarer Dominanz. Das 22:29 (11:15) haben sich die Rothemden selbst zuzuschreiben, denn es passierten zu viele Fehler, technischer Art, aber auch bei den Pässen. Immerhin blieb auch Positives. Erstens waren die 10 Paraden von Havard Asheim ein Aspekt, der noch Schlimmeres in der Endabrechnung verhinderte, zweitens spielte Marvin Mundus (4 Treffer) ordentlich, drittens zum Zunge schnalzen das Kempator (Strosack auf Skroblien, 10. Minute zum 4:7-Anschluss) und viertens ist da die rasche Möglichkeit zur Wiedergutmachung beim Derby in 4 Tagen! Wann, wenn nicht im Duell mit GWD Minden am 10. März, 19.05 Uhr, in der Merkur Arena, sollte ein Turnaround gelingen können, der Rückenwind gäbe für die Rest-Saison, wie es sonst kaum ein Match vermögen könnte. Ach, ja, – und fünftens gut, dass Konkurrent Balingen zeitgleich dem THW Kiel mit 25:31 unterlag. So bleibt der TuS 16. in der Tabelle und ist somit auch weiterhin auf keinem Abstiegsrang platziert.

 

Bis zum 3:3 (7. Minute), da hatte Tom Skroblien einen Siebenmeter verwandelt, blieb alles im angenehmen Bereich für den TuS N-Lübbecke. Zuvor hatten Lutz Heiny und Tom Skroblien den 0:2-Rückstand rasch egalisiert. Nach dem 3:3-Ausgleich gerieten die Rothemden aber binnen 2 Minuten bereits mit 3:6 (9.) in Rückstand, die erste Auszeit war erforderlich. Auf das 3:7 folgte ein Nettelstedter Zwischenspurt zum 6:7 (12.). Letztmalig in Schlagdistanz war Lübbecke beim 7:8 (14., Petreikis). Das 11:15 zur Pause war schon ein Fingerzeig, für den weiteren (nicht schönen) Spielverlauf aus Sicht des TuS.

Seinen 15:11-Vorsprung zur Pause baute der Gastgeber recht schnell weiter aus. 19:12 stand es nach 38 Spielminuten, für Emir Kurtagic höchste Eisenbahn für die nächste Auszeit. Noch einigermaßen knapp war es beim 20:15 (42.), nachdem Marvin Mundus in die Lücke halbrechts am Kreis stößt und trifft (20:14, 40.), während Peter Strosack TuS-Treffer 15 gelingt (42.).

Über 23:15 (44.), 26:17 (53.) lief der HC Erlangen dann aber mit bereits großem Vorsprung auf die Zielgerade ein und ließ noch seine Jung-Stars aufs Feld schicken, weil eh nichts mehr passieren konnte. Die letzten zwei Nettelstedter Treffer des Abends gelangen Marvin Mundus (28:21, 58.) und nach der 10. Asheim-Parade Marek Nissen (28:22, 59.).

Rolf Hermann, Sportlicher Leiter beim TuS, war bedient nach Spielschluss. „Es ist ärgerlich, wenn man sich nach der Partie nachsagen lassen muss, dass der siegreiche Gegner keineswegs eine besonders gute Leistung auf die Platte gebracht hat. Das trifft es leider gut.“ Es habe beim TuS an diesem Nachmittag eine „große Anzahl von Fehlern gegeben“. Einfachste Bälle seien versprungen, viele klare Chancen vergeben worden, „schlecht auch unser Rückzugsverhalten, so kam es zu viel zu vielen Tempogegenstoßtoren von Erlangen“. Dass „wir so lange schon personell geschwächt sind, darf absolut keine Entschuldigung sein“. Fürs Derby bleibe nicht mehr viel Zeit. „Es muss klar verinnerlicht werden, dass man nicht so wie heute Nachmittag auftreten darf, wenn man erfolgreich Handball spielen will!“

 

Stimme zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Klar, bin ich enttäuscht. Uns passieren insgesamt 33 Fehler in den 60 Minuten, und alles war dabei: verworfene Bälle, technische Fehler, Fehlpässe und mehr. Mit solch einer Quote kannst Du ein Handballspiel natürlich nicht gewinnen. In der Summe eine unfassbare Zahl. Ganz zu Beginn ist noch alles weitgehend okay bei uns. Doch bald wurde klar, dass wir an diesem Nachmittag überhaupt keine Chance haben würden. Jetzt zum Derby hin müssen wir die Köpfe schnell wieder hochbekommen. Selbstvertrauen ist das A und O. Das Wort sagt es schon, nur selbst können wir das Vertrauen in uns wieder neu gewinnen. Wir alle sind heute Abend recht enttäuscht, aber wir verfallen nicht in Selbstmitleid. Und noch ist die Saison recht lang.“

 

Statistik

HC Erlangen: Ziemer (12 P.), Ferlin; Seitz, Sellin (2), Overby, Marschall, Firnhaber (2), Büdel (1), Bissel (7), Metzner (2), Link, Jeppsson (4), Leban (1), Olsson (9/1), Zechel (1).

TuS N-Lübbecke: Rezar, Asheim (10/1 P.); Tokuda (1), Heiny (2), Petreikis (2), Strosack (2/1), Mundus (4), Dräger (1), Kontrec (1), Mrakovcic (2), Nissen (2), Petrovsky, Skroblien (5/1).

Siebenmeter: 1/4 – 2/4 – Jeppsson an den Pfosten (18.), Olsson an den Pfosten (25.), Sellin an Asheim (49.) – Skroblien an Ziemer (21. + 33.)

Zeitstrafen 5:3 – Zechel (9.), Overby (34. + 39.), Bissel (51. + 57.) – Kontrec (20.), Petrovsky (21. + 29.)

Schiedsrichter Hanspeter Brodbeck und Simon Reich

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