Niederlage in Flensburg – aber gut dagegen gehalten

Eine ordentliche Leistung beim Tabellenzweiten der DKB-Handball-Bundesliga abzurufen – das war das Ziel des TuS N-Lübbecke am Donnerstagabend bei der SG Flensburg-Handewitt. Mag die 27:34 (15:20)-Niederlage am Ende auch einigermaßen deutlich aussehen, so hielt der TuS doch über weite Strecken gut dagegen. Auch Kampfgeist und Einsatzbereitschaft waren allermeist okay.

 

In der „Hölle Nord“ setzte TuS-Trainer Goran Perkovac – auch aufgrund der Ausfälle von Gabor Langhans (Knie-OP) und Tim Remer (Leistenbeschwerden) – zu Beginn auf Veränderungen in der Aufstellung. Im Tor schenkte der Coach Matevz Skok das Vertrauen und im Rückraum agierte das Trio mit dem wiedergenesenen Vuko Borozan, Nikola Manojlovic und Pontus Zetterman. Linksaußen spielte Jens Bechtloff für Tim Remer. Auf Rechtsaußen und am Kreis gingen Bobby Schagen und Christian Klimek wie gewohnt ihren Aufgaben nach.

Zwar zeigte die SG Flensburg-Handewitt gleich zu Beginn, dass sie für den TuS keine Geschenke bereithielt, die Punkte jedoch abzuschenken, kam für das TuS-Team ebenso wenig in Frage. Warfen die Schützlinge Ljubomir Vranjes´ schon in den ersten 10 Minuten bis zum 8:4 einen ordentlichen Vorsprung heraus (dabei fünf Treffer durch Lasse Svan), so ließ sich der TuS nicht aus der Ruhe bringen, erarbeitete sich Chancen, die er nutzte und hatte nach einem 4:1-Lauf den 9:8-Anschluss erreicht, nach 13 Minuten dank eines Treffers von Tim Suton. Problem für den TuS jedoch, dass sich Vuko Borozan – wie schon bei der EM im Januar – erneut einen Daumenbruch an der Wurfhand zuzog. Einen 4:1-Lauf alsdann auch noch für die Hausherren, bis zum 13:9 (19). Nach dem ersten Fünf-Tore-Vorsprung der Flensburger (16:11, 23.) nahm Lübbeckes Trainer Goran Perkovac die erste Auszeit, um seine Schützlingen neu auszurichten. Drei Minuten später, beim Stand von 17:12, tat dies auch sein Gegenüber auf der SG-Bank, um den Endspurt der ersten 30 Minuten einzuläuten. Am Fünf-Tore-Abstand änderte sich bis zur Halbzeitsirene jedoch nichts. Dabei gab es zwei verwandelte Siebenmeter von TuS-Rechtsaußen Bobby Schlagen.

Nach Wiederanpfiff zeigte der Favorit aus Flensburg erwartungsgemäß auch weiterhin die bessere Partie, allerdings konnten sich die Vranjes-Schützlinge zunächst nicht vorentscheidend absetzen. Eine weitere Auszeit (42.) sollte aus Flensburger Sicht nach und nach Abhilfe schaffen, aus dem 24:20-Zwischenstand wurde bis zur 48. Spielminute eine ganz sichere 29:21-Führung. Auch wenn zuvor bei einer doppelten Überzahl für die SG nur ein Treffer zustande gekommen war, als nämlich Piotr Grabarczyk und Christian Klimek auf Lübbecker Seite jeweils eine Zweiminutenstrafe (43.) hinnehmen mussten. TuS-Coach Goran Perkovac reagierte beim 21:29 und einer vorangegangenen Zeitstrafe gegen Pontus Zetterman mit der grünen Karte (49.). Tom Wetzel und Niclas Pieczkowski warfen unseren TuS zum 23:30 heran, doch auch der Flensburger Trainer reagierte mit einer erneuten Auszeit (53.), sein Team konnte sich allerdings nicht mehr stärker in Front werfen, sodass die 7-Tore-Führung der Hausherren bis zum 34:27-Endstand Bestand hatte.

Fazit: Der TuS lieferte eine respektable Leistung ab, mehr durfte man gegen einen Champions-League-Viertelfinalisten und Meisterkandidaten nicht erwarten. Es wurde eine Niederlage „im Rahmen“, die Einstellung bei Lübbecke war in Ordnung und Matevz Skok im Tor zeigte sich mit 15/2 Paraden in guter Verfassung. Nun geht es am Samstag in einer Woche, 23. April, 19 Uhr, in der Merkur Arena gegen den TVB 1898 Stuttgart um Bundesligapunkte, die man unbedingt am Wiehen behalten möchte. Der erneute verletzungsbedingte Ausfall Vuko Borozans ist jedoch ein herber Rückschlag für die Mannschaft und für ihn persönlich ebenso.

 

Stimme zum Spiel:

Goran Perkovac (TuS N-Lübbecke): „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele technische Fehler gemacht und unsere Würfe im Angriff zu überhastet abgeschlossen. 20 Gegentore, darunter zu viele durch Tempogegenstöße, zu bekommen – das war einfach zu viel. In der zweiten Halbzeit haben wir den Gegner dann etwas besser im Griff gehabt, nicht mehr so viele Gegenstoßtore kassiert und überhaupt weniger Gegentore zugelassen. Flensburg war heute nicht so überragend und mit etwas mehr Glück wäre heute Abend sogar eine knappere Niederlage drin gewesen. Ich bin mit dem Einsatzwillen und der gezeigten Leistung der Mannschaft nicht unzufrieden. Wir haben gemerkt, dass wir mit einer geschlossenen Teamleistung auch richtig starken Gegner Paroli bieten können. Wir können mit einem positiven Gefühl in die kommende Trainingswoche gehen und das stimmt mich für die anstehende Aufgabe gegen den TVB Stuttgart auch sehr zuversichtlich.“

 

Statistik:

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Möller, Karlsson (n.e.), Eggert (n.e.), Glandorf (3), Mogensen (3), Svan (10/1), Wanne, Djordjic (3), Jakobsson (4), Toft Hansen (2), Gottfridsson, Lauge (1), Mahé (4), Radivojevic (1), Kozina (3).

TuS N-Lübbecke: Blazicko (n.e.), Skok, Bechtloff (3), Tauabo, Pieczkowski (5), Manojlovic (2), Wetzel (4), Lazovic (1), Suton (3), Schagen (3/3), Zetterman (1), Grabarczyk, Borozan (2), Klimek (3).

Siebenmeter: 1/3 – 3/6 Svan an Skok (28.), Mahe an Skok (40.) – Bechtloff an Möller (18.), Schagen an Andersson (47.), Suton an Möller (60.)

Zeitstrafen: 2 – 5 Glandorf (32.), Toft Hansen (60.) – Grabarczyk (28./43.), Klimek (43.), Manojlovic (46.), Zetterman (48.)

Schiedsrichter: Colin Hartmann & Stefan Schneider

Zuschauer: 5.627

Spielfilm: 1:1 (2.), 3:1 (4.), 6:4 (6.), 7:4 (8.), 8:4 (10.), 9:6 (12.), 10:8 (14.), 11:9 (16.), 12:9 (18.), 14:10 (20.), 15:11 (22.), 17:12 (24.), 18:12 (26.), 18:13 (28.), 20:15 (HZ), 21:15 (32.), 21:16 (34.), 22:17 (36.), 22:18 (38.), 24:18 (40.), 24:20 (42.), 26:21 (44.), 27:21 (46.), 29:21 (48.), 30:22 (50.), 30:23 (52.), 32:23 (54.), 32:25 (56.), 34:27 (58.), 34:27 (EN)