Zweite Liga ade: TuS wieder drin im großen Geschäft!

Ein ganz, ganz hartes Stück Arbeit war das noch einmal am frühen Samstagabend für den TuS N-Lübbecke. Im letzten Saisonspiel verlangte der TuS Ferndorf den Kurtagic-Schützlingen in der Merkur Arena alles ab. Aber die Nettelstedter hatten immer Antworten parat. Zuvorderst waren es die Leistungsnachweise von zwei Spielern im Lübbecke-Dress, die den Unterschied ausmachten: „Joschi“ Rezar im Kasten mit 14 Paraden und Valentin Spohn auf dem Feld mit 10 Toren. So hatten die Nettelstedter – außer beim 2:2 nach 5 Spielminuten – immer die Nase vorn. Die Ferndorfer ließen sich nie so richtig abschütteln, aber die Jungs von Emir Kurtagic drückten der Partie dennoch selbstbewusst, temporeich und ballsicher ihren Stempel auf. Mit Jan-Eric Speckmanns Tempogenstoßtor zum 31:25 nach 57 Minuten begann die Aufstiegsparty. Letzte Zweifel am Sprung in die 1. Liga (schon zum 7. Mal seit 1976 – das Stichwort des Abends: Rekordaufsteiger) hatte schon Florian Baumgärtners 30:24 (56.) ausgeräumt. Also: Es ist geschafft – Wir sind drin! Und Sektfontänen sowie vor unbändiger Freude hüpfende Rothemden bestimmten ab sofort die Szenerie!

 

Zum Spielverlauf in den ersten 30 Minuten gab es den ersten Einschnitt, nachdem Tom Skroblien im Tempogegenstoß das 8:4 (14. Minute) markiert hatte. Der Start in diese so wichtige Partie war für Lübbecke also schon mal sehr gut gelungen. Ferndorfs Coach Robert Andersson, der 2004 zum Aufstiegsteam Nettelstedts als Spieler gehört hat, musste seine Lieben zur Auszeit um sich versammeln. Wichtig kurz danach, dass bei Unterzahl Aljosa Rezar parierte und „Valle“ Spohn zum 9:4 (17.) traf. Würde es am Ende gar bald zu einem Sieg ohne Zittern kommen…? Das sah fast so aus, als Lutz Heiny zum 12:6 (24.) traf. Doch auf 12:9 (18.) wussten die Gäste zu verkürzen.

Die Geschichte der zweiten Spielhälfte ist rasch erzählt. Gut ging es los mit Peter Strosacks Treffer zum 14:10, von außen und als Aufsetzer im ersten Angriff. Am knappsten war noch der 16:13-Tore-Abstand nach 35 Minuten. Nach einer weiteren Rezar-Parade traf Valentin Spohn zum 20:14 (39.). 27:20 stand es für Nettelstedt nach 48:59 Minuten – bei neuerlicher Auszeit Ferndorfs. Noch 11 Minuten und 7 Tore vor, nach menschlichem Ermessen konnte da für die Kurtagic-Schützlinge nichts mehr anbrennen. Und so lief es auf das 33:27-Endergebnis zu, wie zum Teil im Vorspann schon beschrieben. Leos Petrovsky setzte den Schlusspunkt vom Kreis, das letzte Tor des Abends hatte „Valle“ Spohn vorbereitet, in dem er den letzten Ferndorf-Pass nah am Mittelkreis abgefangen hatte.

Der offizielle Teil nach der Partie – noch vor den Verabschiedungen von Schorse Borgmann (langjähriger Co-Trainer), Peter Kowalski, Matic Gercar, Roman Becvar, Johannes Jepsen und Marko Bagaric – begann mit einer sehr beeindruckenden Rede von Hauptsponsor Paul Gauselmann mitten auf der Spielfläche. Er lobte die „fantastische Leistung unserer Mannschaft“ an diesem Abend wie in der gesamten Aufstiegssaison. Und zum Ende der durch die Pandemie besonders herausfordernden Saison sei vor allem deutlich geworden: „Wir brauchen das Publikum!“ Wie schön, dass nun „die 1. Bundesliga wieder im Altkreis Lübbecke zuhause ist“, so Gauselmann weiter. Ein Sonderlob bekam „Joschi“ Rezar, der Torwart. Seinen vielen Paraden hätten den Sieg in diesem abschließenden Spiel erst möglich gemacht. TuS-N-Lübbecke Geschäftsführer Torsten Appel daran gleich anschließend: „Die Unternehmen Gauselmann und Wortmann und alle weiteren Sponsoren schaffen uns den extremen Rückhalt, Danke!!“

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Die Jungs haben sich diesen Erfolg dank ihrer riesigen Bereitschaft redlich verdient. In dieser Saison gab es auch Rückschläge. Doch nach jedem Schlag hat sich das Team stets wieder aufgerichtet. Da war immer wieder Druck. Die meist jungen Spieler haben in dieser Spielzeit somit viel gelernt – auch für später noch. Diese Erfahrungen sind sehr wertvoll. Heute waren unsere Emotionen bei 100 Prozent, aber ohne die Nerven zu verlieren. So kam ein richtig gutes Spiel zustande.“

Robert Andersson (TuS Ferndorf): „Meine Glückwünsche zum Aufstieg in die 1. Liga! Das ist vollauf verdient, ihr habt eine sehr gute Mannschaft. Aber auch meinen Jungs muss ich ein großes Lob aussprechen. Sie haben gekämpft und nie aufgegeben, zumal wir wegen zweier Ausfälle ersatzgeschwächt antreten mussten. Ich freue mich für unsere gelungene Partie. Aber der Nettelstedter Sieg geht völlig in Ordnung!“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Rezar (14 P.), Gercar; Becvar (1), Heiny (1), Baumgärtner (5), Ebner, Petreikis, Bagaric, Strosack (3), Mundus, Dräger (1), Spohn (10), Nissen, Speckmann (2), Petrovsky (2), Skroblien (8/2).

TuS Ferndorf: Durica ( 13 P.), Hottgenroth (1 P.); Eres (4/2), Sario, Faulenbach (4), L. Schneider (5), Klasmann, M. Michel (2), Pechy, L. Michel (1), J. Schneider, Bornemann (8), Rüdiger, Koloper, Weber, Rink (3).

Siebenmeter: 2/2 – 2/2

Zeitstrafen: Dräger (4. + 31.), Ebner (16.), Bagaric (26.)

Schiedsrichter: Marcus Hurst und Mirko Karg

Zuschauer: 744

  • Tom Skroblien
  • Peter Strosack
  • Dominik Ebner
  • Lutz Heiny
  • Florian Baumgärtner
  • Auszeit
  • Abwehr
  • Spielende
  • Jubel_Spohn und Heiny
  • Sektdusche 1
  • Sektdusche 2

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