Dezimierter TuS geht in Magdeburg unter

Der SC Magdeburg wurde an diesem Donnerstagabend seiner Favoritenrolle als designierter Meister voll und ganz gerecht. Der TuS N-Lübbecke verliert mit 38:20 (16:13) und bleibt mit jetzt 10:48 Punkten Tabellenletzter in der LIQUI MOLY HBL. Beste Werfer für den TuS waren heute Abend Marek Nissen und Tin Kontrec mit 5 bzw. 4 Toren. Der Abstand auf das rettende Ufer hat sich auf jetzt 6 Punkte vergrößert, denn GWD Minden holte im Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf ein 26:26-Unentschieden. HBW Balingen-Weilstetten hingegen verlor gegen die HSG Wetzlar mit 24:28 und bleibt damit 5 Punkte vor dem TuS auf Rang 17. Das vorletzte Saisonheimspiel steht für die Lübbecker bereits diesen Sonntag, 14 Uhr, gegen Frisch Auf! Göppingen in der MERKUR Arena an.

 

Ohne die vier bekannten Verletzten (Ebner, Spohn, Heiny, Speckmann), aber mit den beiden angeschlagenen Außenspielern Tom Skroblien und Peter Strosack, die beide nur sehr wenige Spielanteile erhielten, trat der TuS beim SCM an. So überraschte schon die Aufstellung mit Tin Kontrec auf Linksaußen, Luka Mrakovcic, Benas Petreikis und Florian Baumgärtner im Rückraum, Marvin Mundus auf Rechtsaußen und Yannick Dräger am Kreis.

Vor allem in der ersten Halbzeit präsentierte sich der TuS leidenschaftlich, kämpfte gut und war mutig genug, gegen den designierten Deutschen Meister mitzuspielen. Es schien, als sei die Mannschaft mit Trainer Emir Kurtagic in dieser Woche – trotz der Rückschläge – noch enger zusammengerückt. Beim 2:1 gelang durch Benas Petreikis in der Anfangsphase gar eine Führung. Auch nach dem zwischenzeitlichen 2:4 (8.) behielt der TuS die Ruhe und Luka Mrakovcic besorgte beim 5:5 (10.) den erneuten Ausgleich. Auch als der TuS bis zur 17. Minute mit 7:11 in Rückstand geriet, befreiten sich die Nettelstedter – angespornt von einer Siebenmeter-Parade Aljosa Rezars gegen Magnusson – aus dieser Lage: Emir Kurtagic nahm die Auszeit, brachte Ruhe hinein und peu á peu arbeitete sich der TuS wieder heran. Beim 11:15 durch Marek Nissen (26.) waren es wieder nur noch -4. In der 27. Minute foulte Yannick Dräger Michael Damgaard, der sich ebenso mit einem Foul an Dräger revanchierte. Die Schiedsrichter entschieden hart und gaben beiden Spielern eine rote Karte. Also noch eine Alternative weniger für den TuS… Aber Tom Skroblien nutze die Chance, per Siebenmeter auf 12:15 (28.) zu verkürzen und Marek Nissen legte bis zur Pause gar auf 13:16 nach. Einen fälligen Siebenmeter, der noch nach der Pausensirene ausgeführt wurde, parierte Joshi Rezar ebenfalls gegen Magnusson.

In Durchgang zwei kam der SCM zunächst besser aus den Startlöchern, erhöhte den Vorsprung auf 19:13 (35.). Wieder Marek Nissen gelang dann in der 36. Minute das 14. TuS-Tor aus vollem Lauf. Beim 16:20 von Tom Skroblien verkürzten die Lübbecker erneut. Leider gelang es beim 18:22 in der 42. Minute ein letztes Mal, den Abstand auf -4 zu bringen. Wieder ein verwandelter Siebenmeter von Magnusson und eine Zweiminutenstrafe gegen Mundus brachte den Magdeburgern noch einmal einen Schub: Florian Baumgärtner erzielte in der 46. Minute das 19:25, anschließend schwanden bei den Lübbeckern zusehends die Kräfte. Im Angriff machten sich nun die fehlenden Wechselmöglichkeiten extrem bemerkbar, zahlreiche Fehlpässe Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten schlichen sich jetzt ins TuS-Spiel ein. In der Folge zeigte der SCM, warum er an der Tabellenspitze steht und auf dem besten Weg ist, sich die Deutsche Meisterschaft zu sichern. Gnadenlos konterte der SCM den TuS nun aus und bestrafte jeden Fehler mit einem Gegentor.

Lübbeckes Sportlicher Leiter Rolf Hermann zeigte sich nach dem Spiel mit der ersten Halbzeit einverstanden, mit der zweiten überhaupt nicht. „Ich verstehe, dass die Jungs und wir eine schwierige Situation haben. Aber wir machen uns den Druck selbst, nicht Magdeburg! Dadurch machen wir uns alles wieder kaputt. Das geht einfach nicht, dass – auch wenn der SCM eine starke Mannschaft ist – 20 Bälle wegwerfen!“, so Hermann.

 

Stimme zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Ich finde wir haben das in der ersten Hälfte wirklich okay gemacht, wir haben relativ gut gespielt und hatten einen sehr guten Joshi Rezar im Tor. In der zweiten Halbzeit war ja bis zum 18:22 auch noch alles – trotz ein paar Fehlern – im grünen Bereich. In den letzten 17 Minuten machen wir extrem viele technische Fehler, die nicht mehr zu verteidigen sind. Mit der vollen Halle im Rücken hat Magdeburg uns dann überrollt. Das wir so verlieren, ist extrem bitter, aber am Ende des Tages war der SC Magdeburg zwei Nummern zu groß für uns.“

 

Statistik

SC Magdeburg:Jensen (8 P.), Green; Chrapkowski, Musche (2), Kristjansson (3), Pettersson (1), Magnusson (8/7), Hornke (6), Weber (2/1), Gullerud, Mertens (4), Jensen (3), O´Sullivan, Bezjak, Smits (5), Damgaard (3).

TuS N-Lübbecke: Asheim, Rezar (9/2 P.), Tokuda, Gernus, Baumgärtner (3), Wolf, Petreikis (2), Strosack, Mundus, Dräger (1), Kontrec (4), Mrakovcic (3), Nissen (5), Petrovsky, Skroblien (2/1).

Siebenmeter: 8/10 – Magnusson an Rezar (18. + 30.) – 1/1

Zeitstrafen:4:6 – Gullerud (8.), Magnusson (17.), Damgaard (27.), Bezjak (45.) – ( Kontrec (7.), Nissen (13.), Dräger (27.), Mundus (43. + 56.), Petrovsky (46.)

Disqualifikation: Dräger (TuS) und Damgaard (SCM) 27. Minute

Schiedsrichter: Julian Koppl und Denis Regner

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