Vier Punkte am Doppelspieltag: TuS gewinnt 28:23 gegen TUSEM Essen

Einen souveränen Auftritt im Heimspiel gegen TUSEM Essen zeigten die Ziercke-Schützlinge am Sonntagnachmittag, am Ende stand ein hochverdienter 28:23-Erfolg in der Merkur Arena. Beste TuS-Torschützen waren Ante Kaleb (7) und Jens Bechtloff (7/2). Ein erneut starker Nikola Blazicko trug mit seinen 15 Paraden zum ganz wichtigen Sieg bei. Nach 32 Spieltagen führt der TuS N-Lübbecke die Tabelle mit 54:10 Punkten an. Rimpar verlor 28:29 in Konstanz und befindet sich nun wieder als Vierter auf dem ersten Nichtaufstiegsplatz (42:22 Zähler). Die Unterfranken könnten im für sie günstigsten Fall nur noch auf jene 54 Zähler kommen, die der TuS N-Lübbecke bereits jetzt auf dem Konto hat. Dabei müssten sie zudem gegen Nettelstedt-Lübbecke auch noch 89 Tore in der Tordifferenz aufholen… Dass der Zweite Bietigheim (46:18 Punkte) 25:24 gegen Leutershausen gewann und Hüttenberg (43:19), jetzt wieder Tabellendritter, 34:28 gegen Neuhausen, spielt aus TuS-Sicht in Bezug auf den Aufstieg keine Rolle mehr. Kurzum: Holen die Ziercke-Schützlinge am kommenden Samstag in Neuhausen auch nur einen Punkt, dürfen die Sektkorken knallen.

 

Essen präsentierte sich am Sonntagnachmittag in der Merkur Arena mit einer offensiven 5:1-Deckung. Die TuS-Defensive agierte wie gewohnt sicher und fix auf den Beinen in der 6:0-Variante vor einem erneut stark haltenden Nikola Blazicko. Am Kreis begann Nils Torbrügge, Rechtsaußen war René Gruszka, links griff Jens Bechtloff an. Für den verletzten Lukasz Gierak spielte Ante Kaleb im linken Rückraum. In der Mitte wechselten Kenji Hövels und Branimir Koloper Angriff-Abwehr und im rechten Rückraum begann Jó Gerrit Genz.
Wie schwer es gegen die offensive Essener Abwehr werden würde, bekamen die Zuschauer in der Merkur Arena gleich im ersten TuS-Angriff zu sehen, bei dem Kenji Hövels unter von den Schiris angezeigtem Zeitspiel den 1:1-Ausgleich markierte. Bis zum 3:3 durch Jonas Ellwanger konnte Essen noch ausgleichen. Jens Bechtloff per Siebenmeter, Jó Gerrit Genz (mit etwas Glück) und Ante Kaleb (Zweite Welle) brachten die Lübbecker erstmals beim 6:3 (13. Minute) mit drei Toren in Front. Beim 7:5-Spielstand nahm Essens Trainer Stephan Krebietke die erste Auszeit. Christoph Reißky gelang zwar der 7:6-Anschlusstreffer (16.), doch zwei Bechtloff-Tore zum 9:6 (19.) – erst ein Sprungwurf von halblinks, dann per Tempogegenstoß – stellten den alten Abstand wieder her. In der 24. Minute musste der TuS in Unterzahl bestehen, Jens Bechtloff nahm auf der Strafbank Platz. Für die Abwehr kamen nun Piotr Grabarczyk und Branimir Koloper in den Innenblock und Tim Remer im Angriff ging an den Kreis. Kurz zuvor hatte Aaron Ziercke bereits Pontus Zetterman für Jó Gerrit Genz gebracht. Noch in Unterzahl begannen die Nettelstedter mit einem 3:0-Lauf, der die 15:10-Führung einbrachte (29.). Den 15:12-Halbzeitstand ermöglichten noch zwei Essener Treffer durch Michael Hegemann und Noah Beyer. Mit der Pausensirene netzte Nils Torbrügge noch zum vermeintlichen 16:12 ein, doch die Schiedsrichter gaben diesen Treffer nicht mehr.

Der TuS kam hervorragend aus der Kabine. Er legte bis zur 41. Minute einen 6:2-Lauf nach und führte nun 21:14. Ein verworfener Siebenmeter von Jens Bechtloff (Holztreffer) beim Stand von 16:12 (34.) war nicht weiter ins Gewicht gefallen. Der schnelle Linksaußen markierte den Treffer direkt im nächsten Angriff nach einer Blazicko-Parade zum 17:13 (35.). Aaron Ziercke stellte in der Abwehr etwas um, Kenji Hövels deckte auf Linksaußen, Jens Bechtloff auf halblinks. Abwehr-Ass Branimir Koloper überzeugte auch an diesem Sonntagnachmitttag als Torschütze, so beim 20:14 (39.), wieder gekonnt mit einem Heber. In der 43. Minute erhielt Koloper allerdings eine Zweiminutenstrafe. Ante Kaleb schaffte in der Unterzahl das 24:17 (44.). Ein starkes Spiel lieferte auch Kenji Hövels, der u.a. zum 25:18 (45.) und 27:19 (49.) einnetzte. In der 51. Minute nahm TuS-Trainer Aaron Ziercke eine weitere Auszeit, brachte Tim Remer auf Links- und Ramon Tauabo auf Rechtsaußen. In der 55. Minute kam dann Peter Tatai ins TuS-Tor. In den letzten zehn Minuten erzielte der TuS nur noch einen einzigen Treffer, konnte sich dies aufgrund des klaren Vorsprungs aber auch leisten. Den Schlusspunkt der sehenswerten Zweitligapartie setzte Jó Gerrit Genz in der Schlussminute mit seinem dritten Treffer zum 28:23-Endstand.

 

Stimmen zum Spiel:

Stephan Krebietke (TUSEM Essen): „Der Sieg für Lübbecke geht zu 100 Prozent in Ordnung. Wir sind gut ins Spiel hineingekommen, haben mit der 5:1-Abwehr für etwas Verunsicherung gesorgt. Nach dem 12:10 haben wir aber einfache Fehler gemacht. Nettelstedt hat daraufhin das Spiel kontrolliert, die Bälle an den Kreis gut durchgesteckt und war auch aus dem Rückraum gefährlich. Es ist uns in der 2. Halbzeit nicht gelungen, gegen die körperliche Präsenz von Lübbecke in der Abwehr ausreichend dagegenzuhalten, und wir konnten uns auch im Angriff nur selten behaupten. Wir haben nur wenige Zweikämpfe gewonnen und es nicht mehr geschafft, zu überraschen und ein Tempospiel aufzubringen. Ich bin froh, dass wir hinten heraus nicht abgeschossen wurden. Zum Ende hin kam noch einmal unsere Torhüterleistung, die zum Teil im Spiel etwas gefehlt hat, auch daher die kleine Ergebniskorrektur. Jetzt müssen wir gut regenerieren, denn schon Freitag kommt die HSG Konstanz zu uns.“

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Ja, auch wir können Doppelspieltage – schön. Was meine Mannschaft heute Abend gezeigt hat, war wirklich aller Ehren wert. Wir hatten am Freitag ein sehr intensives Spiel in Dessau, waren erst um 3 Uhr nachts zurück in Lübbecke. Gestern haben wir dann die taktische Marschroute gegen die 5:1-Deckung festgelegt. Ich habe von meinen Spielern mentale Stärke gefordert. Sie sollten sich nicht einreden, dass sie müde sind. Und das haben sie mit Leidenschaft und Herz super hinbekommen. 50 Minuten lang haben sie eine Mega-Einstellung an den Tag gelegt, die Zuschauer abgeholt, die uns auch wieder toll unterstützt haben. Man hat deutlich gemerkt, dass jeder von uns dieses Spiel gewinnen wollte. Dass wir am Ende nicht höher gewonnen haben, ist vielleicht das Häarchen in der Suppe, das man finden könnte. Am Ende der Saison noch einmal so den Fight für einen Doppelspieltag hinzubekommen, das ist wirklich super. Zwei Tage haben wir jetzt Zeit, uns zu regenerieren und dann geben wir am Samstag in Neuhausen erneut Vollgas.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Blazicko, Tatai; Genz (3), Kaleb (7), Bechtloff (7/2), Grabarczyk, Tauabo, Gruszka (1), Torbrügge (1), Zetterman (1), Koloper (3), Hövels (5), Remer.

TUSEM Essen: Donderis Vegas, Bliß; Beyer (5/1), Ellwanger (5), Hegemann (1), Roosna (1), Wöss (1), Sayin, Szczesny (4), Käsler (n.e.), Müller, Seidel, Meurer, Reißky (6).

Siebenmeter: 2/3 – 1/1 Bechtloff an die Latte (34.)

Zeitstrafen: Bechtloff (24.), Koloper (43.), Genz (56.) – Szczesny (17.)

Schiedsrichter: Köppl / Regner

Zuschauer: 1.728

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