Starke 2. Halbzeit – Wieder ein Unentschieden

Wie vor einer Woche zu Hause gegen Leipzig: Unentschieden für unseren TuS N-Lübbecke – diesmal in Stuttgart. Nach Ablauf der Spielzeit (bei 60:00 Min. auf der Anzeigetafel) verwandelte Bittenfelds Michael Schweikardt einen Siebenmeter – nach einer roten Karte gegen TuS-Linksaußen Jens Bechtloff – zum 33:33 (13:20)-Endstand. Der Abstand zu Stuttgart konnte damit nicht verkürzt werden. Aber: Da Balingen und der BHC am Samstagabend verloren, sind es für den TuS N-Lübbecke bis zu diesem Duo nur noch zwei Pluspunkte weniger – statt drei, wie noch vor diesem Spieltag.

 
Die erste Hälfte der wichtigen Begegnung im Südwesten der Republik begann alles andere als wünschenswert für unseren TuS. Hatte Niclas Pieczkowski mit dem 1:1 noch eine Antwort auf das erste Tor der Stuttgart-Bittenfelder, ließen die TVB-Spieler bis zum zweiten TuS-Tor gleich drei weitere für ihre Farben folgen. Das Vorhaben unseres Teams, die zweite Welle des Gegners zu unterbinden, gelang uns leider zu selten, sodass der TVB die Führung weiter ausbauen konnte. Bereits in der 10. Minute (8:3) reagierte unser Trainer mit der grünen Karte, um seine Schützlinge neu einzustellen. Im Tor ersetzte Matevz Skok den bis dato glücklos agierenden Nikola Blazicko. Bis zur 20. Minute hatten sich Schöngarth und Co. bis auf 2 Tore, auf 10:12 wieder an den TVB heran gekämpft. Von der 20. bis zur 26. Minute erlaubte sich der TuS erneut eine Schwächephase und fand auf 5 TVB-Tore in Folge keine Antwort. Die Konsequenz aus der wenig überzeugenden Vorstellung war ein Halbzeitrückstand von 13:20. Erneut – wie schon im Pokal vor drei Tagen gegen Magdeburg – 20 Gegentore in einer Halbzeit! Das ließ für den zweiten Durchgang nichts Gutes erwarten.

Die zweite Halbzeit begann gleich mit einem Tor Tim Sutons aus der zweiten Welle – genau wie es sich unser Team auch schon in der ersten Halbzeit vorgenommen hatte. Unser Trainer Goran Suton schien in der Pause die richtigen Worte für seine Jungs gefunden zu haben, denn die Mannschaft spielte nun mit Aggressivität, Kampf und Leidenschaft. Dies zahlte sich aus und die zur Halbzeit noch deutliche Führung der Baden-Württemberger schmolz dahin. Von der 40. bis zur 44. Minute verwandelte das TuS-Team einen 17:22-Rückstand dank fünf Toren in Folge in das erste Unentschieden seit dem 1:1 aus der 2. Spielminute. Selbst die Auszeit Thomas Königs in der 43. Minute konnte die Suton-Schützlinge nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil: Zwar legte der TVB bis zum 25:25 (49. Min.) noch dreimal vor, doch Tim Suton (1 Tor) und Jens Schöngarth (2 Treffer) beantworteten die Führungstreffer jeweils mit dem erneuten Ausgleich für den TuS. In der 48. Minute gelang Tim Suton sogar die erste TuS-Führung in diesem Spiel. Bis zur 55. Minute konnte Nettelstedt dank Remer und erneut Schöngarth gar eine 30:27-Führung herauswerfen. Doch wie schon beim vergangenen Spiel gegen den SC DHfK Leipzig hatten es die letzten Minuten noch einmal in sich: Christian Klimek erhielt eine Zweiminuten-Zeitstrafe (58.) und in der Folge konnte der TVB durch 2 Tore von Schweikardt und eines durch Michael Spatz bis zum 32:32 ausgleichen, ehe Jens Schöngarth mit seinem elften Treffer und dem 33:32 den TuS noch einmal auf die Siegerstraße zu bringen schien. Nach einer erneuten Auszeit des TVB-Coachs in der 60. Minute kassierte Jens Schöngarth noch eine Zweiminuten-Zeitstrafe und Jens Bechtloff von den Unparteiischen gar die Rote Karte. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Michael Schweikardt – wie erwähnt – nach Ablauf der regulären Spielzeit gegen Nikola Blazicko zum 33:33-Endstand.

Fazit: Harmlos agierende TuS-Abwehr in der 1. Halbzeit, der klare Pausenrückstand die logische Konsequenz. Nach der Pause präsentierte sich unsere TuS-Mannschaft dagegen wie ausgewechselt und zeigte eine Aufholjagd und mehr, denn in der 55. Minute stand es 30:27 und in der 57. Minute 32:29. Aufgrund dieser Zwischenstände ist der Spielausgang von Stuttgart erneut sicher eher eine „gefühlte Niederlage“. Die parallel zu notierenden „tatsächlichen“ Niederlagen von Balingen und BHC aber – und die Tatsache, dass die Saison noch relativ lang ist, sollte unseren Spielern Mut machen. Und die nahezu perfekte 2. Halbzeit in Stuttgart ebenso. Nächster Gegner: Zu Hause Gummersbach! Für den TuS am 14. November die Aufgabenstellung: Bis zur 60. Minute mit voller Konzentration – ohne Angst vor dem Gewinnen.

 

Stimme zum Spiel:

Goran Suton (TuS N-Lübbecke): „Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. Es ist unglaublich, mit welcher Moral und Leistung die Mannschaft in der zweiten Halbzeit Tore wettgemacht hat. Trotzdem ärgern mich die Zeitstrafe und der Ballverlust in der Schlussphase ungemein.“

 

Statistik

TVB 1898 Stuttgart: Jerkovic, Özmusul; Schimmelbauer (2), Schöbinger, Kienzle, Weiß (4), Schweikardt (11/2), Kisum (1), M´Bengue (5), Coric, Baumgarten (3), Seiz, Kretschmer, Esteki (1), Spatz (6/3).

TuS N-Lübbecke: Blazicko, Skok; Herth, Bechtloff (3), Langhans (1), Tauabo, Pieczkowski (2), Lazovic (1), Suton (6), Schagen (4/1), Schöngarth (11), Borozan (2), Klimek (2), Remer (1).

Zeitstrafen: 1-6 Schweikardt (15.) – Schöngarth (29./60.), Remer (30.), Borozan (33.), Klimek (58.), Bechtloff (60.)

Disqualifikation: Bechtloff (60.)

Siebenmeter: 5/5 -4/3 Weber an Blazicko

Schiedsrichter: Dinges / Kirsch

Zuschauer: 2.251 (ausverkauft)


Spielfilm:
1:0 (1.), 1:1 (2.), 3:1 (5.), 6:3 (9.), 8:5 (12.), 9:7 (15.), 10:8 (17.), 14:10 (22.), 16:10 (24.), 19:12 (30.), 20:13 (HZ), 21:16 (38.), 22:20 (42.), 25:26 (48.), 27:27 (49.), 27:28 (53.), 28:31 (56.), 29:31 (57.), 29:32 (58.), 31:32 (59.), 32:32 (60.), 32:33 (60.), 32:33 (EN)33:33 (EN)

  • Christian Klimek
  • Niclas Pieczkowski und Vuk Lazovic
  • Vuk Lazovic