Siege in letzter Sekunde sind die schönsten – das 23:22 über Dormagen aber kein TuS-Leckerbissen

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Über das kleine runde Leder können Handballer, zumal auf der höheren Ebene, viele nette Dinge sagen. Manchmal wird das Spielgerät aber beinahe respektlos betitelt, und das darf man den TuS-Werfern dann nicht übelnehmen „Das Ding einfach reinhauen“, das sei das einzige, an was er gedacht habe, so die Hauptperson bei 59 min. 58 sec., 59 sec. kaum 3 Minuten danach im Interview mit uns. Dominik Ebner war der Glückliche und Tüchtige, der dem TuS N-Lübbecke das 23:22 über ein starkes Bayer Dormagen bescherte. Mit 4:0 und 6:2 der Lübbecker gestartet, wogte das Spiel bald nur noch hin und her, für beide Teams alles drin, auch noch in der gesamten Schlussminute. So wurde der Samstagabend in der Merkur Arena für die 1.010 Zuschauer vielleicht kein Leckerbissen. Doch die Freude, auch einen (fast) gebrauchten Abend noch heil über die Ziellinie gebracht zu haben, war erst einmal sehr, sehr groß. Der TuS N-Lübbecke hat somit in dieser Saison im vierten Heimspiel auch den vierten Heimsieg eingefahren und Rang 5 – bei jetzt 14:6 Punkten – gefestigt. Schon jetzt Freitag, 11. November, dann wieder um 19:30 Uhr, stellen sich die Wölfe Würzburg den Haaß-Schützlingen gegenüber.

 

Ein technischer Fehler, ein Foul und drei Fehlwürfe der Gäste, davon zwei von Havard Asheim mit Doppel-Parade geklärt, begünstigten Nettelstedts 4:0-Führung bis zur 7. Spielminute. Tom Skroblien traf vom Siebenmeterpunkt, Jó Gerrit Genz war für das 2:0 verantwortlich, Peter Strosack traf in der 2. Welle und erneut Gerrit Genz schraubte alles auf die Vier-Tore-Führung. Beim 6:2-Zwischenstand (15. Minute) verwarf der TuS in Unterzahl und für den noch nicht ins Lübbecker Gehäuse zurückgekehrten Havard Asheim schaffte Marek Nissen an der 9-Meter-Linie einen wunderbaren Block. Dormagen passierten einige Fehler weniger als den Hausherren im weiteren Verlauf, was den eher knappen 12:10-Halbzeitstand erklärt.

Aus der Pause kam der TuS noch recht ordentlich, lag mit 15:11 (34.) und 16:13 (40.) vorn. Insgesamt dreimal gelang den Gästen aber der Ausgleich, nämlich mit dem 16:16 (44.), beim 17:17 (45.) und schließlich 22:22 (60.). In letzten drei Minuten knallte dann noch ein Lübbecker Ball an die Latte und es passierte – eineinhalb Minuten vor Schluss – auch noch ein TuS-Pass ins Seitenaus. So lief alles aufs Ende zu. Bei 59 min. 15 sec. Auszeit des TuS, Fehlpass der Rothemden und der 22:22-Ausgleich für den TSV Bayer – Ian Hüter 20 Sekunden vor Ultimo. Das Finale (siehe Vorspann) blieb Dominik Ebner vorbehalten, der eine Mini-Lücke in der Dormagener Abwehr erspähte…

Nettelstedts Linksaußen Tom Skroblien sprach „von einem nicht unverdienten Sieg für uns“, zumal man die meiste Zeit der Partie in Führung gelegen habe. In den letzten 10 Minuten sei alles drin gewesen, der TuS habe da aber auch gute Szenen gehabt. Der Gegner habe die Passwege „oft sehr gut zugestellt“. Gewiss sei auch Platz zur Kritik am TuS-Spiel an diesem Abend. „Gegen die recht offensive Deckung Dormagens kann man auch anders und besser spielen“, so Skroblien. Die Freude über den Last-Minute-Sieg sei aber in jedem Fall groß: „Die zwei Punkte zählen!“

Lübbeckes Sportlicher Leiter Rolf Hermann stellte anschließend erstmal das Positive heraus: „Die beiden Zähler sind bei uns am Wiehen geblieben.“ Weiter wies er daraufhin, man müsse schnell dahinkommen, „dass wir mit unseren Torchancen nicht so leichtfertig umgehen“. Sieben Fehlwürfe gar vor der Halbzeitpause schon – „einfach viel zu viel“, auch wenn Holztreffer dabei gewesen seien. Später habe man oft „auch ohne Not“ überhastet den Abschluss gesucht, „selbst wenn der Arm der Schiris noch gar nicht oben gewesen ist“. Man müsse einfach „geduldiger spielen, auf die Tormöglichkeiten cleverer warten“ und überhaupt es verstehen, „diese Linie dann auch nicht zu verlassen“.

 

Stimmen zum Spiel:

Michael Haaß (TuS N-Lübbecke): „Wir sind sehr glücklich über diesen Sieg, die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen. Bis in die Schlussminute bist Du an allem dran – Sieg, Niederlage, Unentschieden. Wir kommen sehr gut in die Partie, behalten alles lange gut im Griff. Dormagen hat aber zunehmend gut und clever agiert. In der zweiten Spielhälfte machen wir manches zu überhastet im Angriff gegen die offensiver werdende Deckung des Gegners. Uns passieren zu viele Fehler und wir lassen Chancen liegen. Wir bleiben aber ruhig, sind wieder zwei vor. In der Schlussphase geschehen verrückte Aktionen, aber auch welche zu unseren Gunsten.“

Matthias Flohr: „Die ersten Minuten, so auch bis zum 0:4, haben wir verpennt. Dann ist es mühsam, sich wieder reinzukämpfen in die Partie. Alexander Senden hat sehr stark gespielt. Die Chancen für uns, dieses Spiel zu gewinnen, waren da. Uns passieren insgesamt aber ein paar technische Fehler zu viel. Dann steht es Spitz auf Knopf und in der letzten Szene schaffen wir – sozusagen – das Foul nicht. Einen Punkt hätten wir verdient. Es tut sehr weh.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Asheim (9 P.), Katsigiannis; Genz (3), Holzhacker, ten Velde, Ebner (2), Petreikis (2), Strosack (2), Kontrec (2), Mrakovcic, Nissen (1), Petrovsky (2), Skroblien (9/5).

TSV Bayer Dormagen: Juzbasic (10/1 P.), Simonsen; Reuland (6/4), Meuser (3), Senden (6), Zurga, I. Hüter (2), Reimer (2), Grgic (1), P. Hüter, Traeger (1), Seesing (1), Steinhaus.

Siebenmeter: 4/6 – 5/6 Skroblien am Tor vorbei (21.), Skroblien an Simonsen – Reuland an die Latte (52.)

Zeitstrafen: 4:2 – Kontrec (9. + 15.), Strosack (22.), Petrovsky (56.) – Seesing (22.)

Schiedsrichter: Matthias Klinke und Sebastian Klinke

Zuschauer: 1.010 Zuschauer

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