Samstagabend TuS-Partie in Württemberg – Gegen Bietigheim vor allem „bereit sein“

Die Vokabel „Favorit“ mag TuS N-Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic überhaupt nicht, jedenfalls im Kontext 2. Handball-Bundesliga sei dies „ein Unwort“. Sehr ausgeglichen sei das Klassement hier bekanntlich, da erübrige es sich, im Vorhinein eine ganz verlässliche Aussage über den Spielausgang zu machen. Immerhin diese Einschätzung denn doch, obwohl schon vielfach vor einer Partie geäußert – der TuS-Coach: „Rufen wir unser Leistungsvermögen ab, sollten wir am Samstagabend auch gewinnen können.“ Die Reise führt bis 30 Autominuten vor die Tore von Stuttgart, ins württembergische Bietigheim-Bissingen zum Ligakonkurrenten und Erstliga-Absteiger SG BBM Bietigheim. Schon Freitagmittag nach einem letzten Training am Wiehen macht sich der Tross des TuS auf den rund 500 Kilometer weiten Weg.

 

Die Kurtagic-Schützlinge erwartet am Samstagabend, 19. Oktober, Anwurf 18.30 Uhr, eine besondere Atmosphäre in der EgeTrans Arena. Denn zuvor tragen die Frauen der SG BBM Bietigheim ein Champions League-Spiel gegen Brest Bretagne in dieser Halle aus. Ehe zum zweiten Teil der Doppelveranstaltung das Bietigheimer Männer-Team auf den Gast aus Ostwestfalen trifft. Der TuS-Trainer bei der Pressekonferenz in der Lübbecker Geschäftsstelle am Donnerstagmittag: „Wir spielen gegen einen äußerst starken Gegner, der einen Großteil der Mannschaft im Sommer hat zusammenhalten können.“ Es seien in den Bietigheimer Reihen vor allem „individuell starke Jungs“, die sich jetzt auch mehr und mehr an „den kalten und harten Wind, der in der 2. Liga weht, gewöhnen“.

„Wir freuen uns auf diese Partie, bei der wir aber erneut an unsere Grenzen gehen müssen“. Denn jeder Gegner sei gegen Nettelstedt-Lübbecke besonders motiviert, „weil wir klar als Traditionsverein wahrgenommen werden“. Da packe die gegnerische Mannschaft beinahe automatisch „immer noch ein paar Prozent mehr drauf“. Andererseits habe der jüngste 25:20-Heimsieg gegen den TV Hüttenberg vor wenigen Tagen „natürlich uns allen gutgetan“. Wenngleich auch da noch nicht alles Gold gewesen sei. Größte Baustelle blieben die Schwächen im Abschluss, wozu gegen Hüttenberg gewiss die vier verworfenen Siebenmeter gehört hätten.

Roman Becvar, er hatte seinen Trainer am Donnerstagmittag zur Pressekonferenz begleitet, erwähnte vor allem „die weiterhin sehr gute Trainingsarbeit“, bei der alle prima mitzögen, was als „Schlüssel zum Erfolg“ dienen könne. Man wolle künftig noch mehr herausholen in den Partien. Der Sieg gegen Hüttenberg habe natürlich gute Stimmung erzeugt, „auch bei mir war und ist der erst einmal jede Menge Erleichterung zu spüren“.

Emir Kurtagic blickte nochmal kurz auf die Situation vor dem Hüttenberg-Spiel zurück, wo „Selbstmitleid nicht geholfen hätte“. Vielmehr dies zur Partie vergangenen Samstag: „Wir führen rasch 5:1, das hätte auch 8:1 heißen können.“ Und dann die rhetorische Frage: „Von welchem Druck reden wir da?“ Man treffe „bei fünf Würfen fünfmal“. Später halte der eingewechselte Torwart (Jepsen) hervorragend, „Moritz Schade am Kreis macht es perfekt, und Valle Spohn hat getroffen!“ Da funktioniere „schon recht viel“ in dieser Mannschaft. Man fahre mit einem guten Gefühl nach Bietigheim, und „dort müssen wir dann vor allem wieder richtig bereit sein“.

Viel Lob hatte der Trainer zum Ende des Pressegesprächs auch für Roman Becvar übrig: „Er ist ein international erfahrener Spieler. Und aktuell spricht für ihn hier bei uns, wie er die Rolle angenommen hat, Führungsspieler zu sein. Es bereitet mir Freude zu sehen, dass es richtig war, mich letztes Frühjahr für Romans Verpflichtung stark zu machen“. Gleichwohl sei auch bei der Lübbecker Nr. 3 immer noch Luft nach oben. Auch ihn künftig häufiger in der Abwehr zu bringen, könne Sinn machen. „Um besonders Dampf zu machen in Richtung Tempogegenstoß und Zweiter Welle!“

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