Phase nach der Pause entscheidet: TuS verliert Derby in Lemgo 23:25

„Nicht aufhören zu kämpfen, den Kopf oben behalten und mit dem Herzen dabei sein“, das wünschte sich Goran Perkovac, Trainer des TuS N-Lübbecke, vor der Partie am Pfingstsonntag beim TBV Lemgo, um die wohl allerletzte Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Diesen Gefallen tat die Mannschaft ihrem Trainer in der ersten Halbzeit, kämpfte mit einem lange Zeit gut aufgelegten Nikola Blazicko im Tor, sehr aufopferungsvoll. Eine Halbzeit reichte aber einmal mehr nicht aus, um beide Punkte einzufahren. Mit 23:25 (11:13) ging der TuS N-Lübbecke leider auch in Lemgo als Verlierer vom Platz. Noch immer kann Lübbecke die Klasse halten, müsste aber alle drei restlichen Partien, zu Hause gegen Berlin und die Rhein-Neckar Löwen sowie zwischendurch in Gummersbach, gewinnen und gleichzeitig Stuttgart alles noch verlieren. Lemgo ist seit Schlusspfiff dieser Partie gegen Nettelstedt – aufgrund eines immensen Tordifferenz-Vorsprungs gegenüber Eisenach – bereits gerettet!

 

Die Nettelstedter begannen die Partie in der ausverkauften Lipperlandhalle bei Lemgoer Anwurf in der Abwehr mit Nikola Blazicko (TW), Schagen, Wetzel, Klimek, Grabarczyk, Suton und Bechtloff. Pieczkowski und Zetterman kamen zunächst bei Angriffssituation für Grabarczyk und Wetzel aufs Spielfeld.

Die Abwehr des TuS stand in der ersten Halbzeit zunächst recht gut, nicht zuletzt dank eines gut aufgelegten Nikola Blazicko, der in den ersten 13 Minuten gleich vier Paraden zeigte. Die Zuschauer erlebten kein hochklassiges, aber unterhaltsames Spiel. Dabei lag der TuS anfangs beim 2:0 (4. Minute), 3:2 (9.), 4:3 (10.) und 6:5 (14.) in Führung, leider danach nie mehr an diesem Nachmittag. Erst nach einem verworfenen Siebenmeter von Bobby Schagen an die Latte (16.) und einer Zweiminutenstrafe gegen Piotr Grabarczyk (18.) gelang den Hausherren dank Anton Mansson (zum 8:6 nach 20 Minuten) die erste Zwei-Tore-Führung. Letztmalig zum Ausgleich kam Nettelstedt durch Vuk Lazovic (8:8, 22.). In der Schlussminute der ersten Hälfte sorgte Lübbecke nochmals positiv für Aufsehen, als Bobby Schagen bei doppelter Unterzahl (Piotr Grabarczy und Tim Suton saßen wegen Zeitstrafen auf der Bank) für den zwischenzeitlichen 11:12-Anschluss sorgen konnte. Für den 13:11-Pausenstand sorgte noch Lemgos Max Höning.

Nach der Halbzeitpause kam der TBV viel frischer aus der Kabine. Wie schon jüngst in Melsungen geriet der TuS in der ersten Hälfte der zweiten 30 Minuten vorentscheidend ins Hintertreffen. Von der 31. bis 42. Minute erzielte Lemgo sieben, die Lübbecker nur deren drei Treffer. In dieser Phase zeigte sich TBV-Keeper Niels Dresrüsse in guter Form, wehrte gleich viermal toll ab. Das 20:14 auf der Anzeigetafel war nun eine klare Aussage. Schon nach 41 Minuten hatte TuS-Coach Goran Perkovac eine weitere Auszeit genommen, nachdem Matevz Skok Nikola Blazicko im Lübbecker Gehäuse abgelöst hatte (40.). Nach diesem Timeout kam Tom Wetzel in den Angriff. Erst ein verwandelter Siebenmeter Bobby Schagens zum 15:20 (43.) und ein weiteres Tor Niclas Pieczkowskis zum 16:20 (45.) ließen den TuS wieder etwas an Fahrt gewinnen, sogar der Anschluss zum 18:21 (48.) gelang. Die dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte kassierte Piotr Grabarczyk (49.). Die Zuschauer erlebten einen weiterhin überragenden Nils Dresrüsse im Lemgoer Tor, der weitere tolle Paraden verbuchte. Nettelstedt gelang dann acht Minuten kein Treffer mehr, Lemgo zog auf 24:18 davon (55.). Nikola Manojlovic besorgte den 19. TuS-Treffer. Nach dem 25:19 (Rolf Hermann in der 57. Minute), schaffte das TuS-Team dank der vier folgenden Treffer von Tim Remer, erneut Nikola Manojlovic, Ramon Tauabo und Niclas Pieczkowski für den 23:25-Endstand, ohne aber dabei noch für einen Punktgewinn in Frage gekommen zu sein.

Fazit: Die 4.790 Zuschauer sahen in der Lipperlandhalle ein recht typisches Spiel des TuS für diese Saison. Nach respektabler guter erster Halbzeit folgte eine Schwächephase, in der sich die Mannschaft um ihren verdienten Lohn brachte. Das erneute Aufbäumen zum Ende der Partie reichte nicht mehr aus, um etwas Zählbares mitzunehmen. Nach der Pause können die Perkovac-Schützlinge nicht mehr an die Leistung der ersten 30 Minuten anknüpfen und wurden vom TBV-Angriff in einigen Situationen fast schon überrollt. Die dritte Zeitstrafe gegen Piotr Grabarczyk tat dann ihr Übriges.

 

Stimme zum Spiel:

Goran Perkovac (TuS N-Lübbecke): „Glückwunsch an Flo und seine Mannschaft zum verdienten Sieg heute. Wir haben es dem TBV relativ einfach gemacht, denn Lemgo war heute alles andere als unschlagbar. Wir haben teilweise guten Handball gespielt und gut gestanden. Teilweise reicht aber nicht aus. Wir haben zwei Siebenmeter verworfen und vier, fünf hundertprozentige Chancen nicht genutzt, somit haben wir nicht erreicht, was ich mir erhofft habe – zwei Punkte aus Lemgo mitzunehmen. Auch heute hat uns zu oft die Wurfkraft aus der Distanz im Rückraum gefehlt, wir mussten jeden Angriff ausspielen, was wir auch solide erledigt haben. Ich bin nicht extrem enttäuscht, denn wir haben teilweise auch gut gespielt. Wir werden unseren Charakter bewahren, nicht aufgeben und kämpfen bis zum Schluss der Saison.“

 

Statistik:

TBV Lemgo: Dresrüsse (14/1 Paraden), Maier (n.e.); Mansson (2), Kogut (3), Ramba, Hornke (7/3), Rydergard, Stenbäcken, Hermann (6), Skroblien, A. Niemeyer, Höning (1), Zieker (4), M. Niemeyer (2).

TuS N-Lübbecke:
Blazicko (7 Paraden), Skok (7/1 Paraden); Bechtloff (1), Tauabo (1), Pieczkowski (6), Manojlovic (2), Wetzel (1), Lazovic (2), Suton (2), Schagen (3/1), Zetterman (4), Grabarczyk, Klimek, Remer (1).

Siebenmeter: 3/4 – 1/3 – Hornke an Skok (59.) – Schagen an die Latte (16.), Remer an Dresrüsse (38.)

Strafminuten: 6 – 8 Ramba (21.), Stenbäcken (31./47.) – Grabarczyk (18./28./49.), Suton (28.)

Disqualifikation: Grabarczyk (49.)

Schiedsrichter: Grobe / Kinzel

Zuschauer: 4.790 (ausverkauft)

Spielfilm:0:0 (1.), 0:0 (2.), 0:1 (3.), 0:2 (5.), 1:2 (7.), 2:2 (8.), 3:3 (9.), 5:6 (14.), 6:6 (15.), 7:6 (16.), 7:6 (18.), 8:6 (20.), 8:6 (21.), 8:7 (21.), 8:8 (22.), 9:8 (24.), 10:8 (25.), 10:8 (26.), 11:9 (27.), 11:10 (28.), 12:10 (29.), 12:10 (HZ), 12:11 (30.), 13:11 (30.), 13:11 (HZ), 13:11 (31.), 13:12 (32.), 14:12 (34.), 15:13 (34.), 16:13 (36.), 17:13 (38.), 18:14 (40.), 19:14 (41.), 20:14 (42.), 20:15 (43.), 21:17 (46.), 21:17 (47.), 21:18 (48.), 21:18 (49.), 22:18 (52.), 23:18 (53.), 24:19 (57.), 25:20 (58.), 25:21 (59.), 25:23 (60.), 25:23 (EN)