Mit zähem Kampf zum Sieg: 24:20-Sieg gegen Dessau

Einen hart erkämpften und etwas glücklichen Sieg feierte der TuS N-Lübbecke am Freitagabend im ersten Teil des Doppelspieltags zu Hause in der Merkur Arena gegen den Dessau-Roßlauer HV. Damit bleibt der TuS N-Lübbecke Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga bei jetzt 21:3 Punkten. Gegen die sehr offensiven Abwehrvarianten des Gegners tat sich der Spitzenreiter schwer und fand in der beweglichen Dessauer Abwehr oft nur unter erschwerten Bedingungen ein Durchkommen. Die TuS-Mannschaft nahm den von Trainer Aaron Ziercke genauso erwarteten Kampf jedoch an, biss sich hinein ins Match und am Ende konnte Nettelstedt-Lübbecke das Optimum erreichen, nämlich beide Punkte einfahren. Quasi ab sofort bereitet sich das TuS-Team auf den zweiten Teil des Doppelspieltages vor, den die Ziercke-Schützlinge am Sonntag, 17 Uhr, bei TUSEM Essen bewältigen müssen.

 

Unglücklich begann der Abend für Piotr Grabarczyk, der nach 36 Sekunden das Spielfeld bereits wieder verlassen musste. Beim ersten Angriff der Gäste wurde er im Gesicht getroffen und hatte mit starkem Nasenbluten zu kämpfen. Da sich keine baldige Besserung hierbei ergab, war für die Nettelstedter Nr. 9 die Partie schon komplett zu Ende. Seine Mannschaftkollegen kamen aber gut ins Match, führten bis zur 7. Minute mit 3:0. In den folgenden Minuten wachte Dessau jedoch auf, agierte in der sehr offensiven Deckung allermeist vorbildlich und glich zum 5:5 durch Florian Pfeiffer aus (14.). Vier Treffer des TuS sorgten für den 9:6-Zwischenstand (24.). Dabei hatte Pontus Zetterman zweimal vom Siebenmeterpunkt und einmal aus dem Feld heraus getroffen. Zudem gelang Jens Bechtloff ein herrlicher Dreher von halblinks. Dessaus Trainer Uwe Jungsandreas nahm die erste Auszeit der Partie in dieser Phase (19.). Dem TuS N-Lübbecke gelang es nicht, sich vorentscheidend abzusetzen und auch die Auszeit Aaron Zierckes (25.), nach der Jó Gerrit Genz für Pontus Zetterman kam, brachte keine entscheidende Wende. Kurz vor der Pause legte Dessau noch einmal zwei Tore nach (aus ihrer Sicht vom 8:10 zum 10:11-Halbzeitstand). Eine tolle Parade in der Schlusssekunde der 1. Halbzeit von Peter Tatai sicherte dem TuS die etwas schmeichelhafte Pausenführung.

In Durchgang zwei ersetzte Tim Remer Jens Bechtloff auf Linksaußen und Dessau machte kurz da weiter, wo es den ersten beendet hatte: Vincent Sohmann traf rasch zum 11:11-Ausgleich. Drei TuS-Tore in Folge (Siebener Zetterman, Gierak und Gruszka) zum 14:11 (35.) ließen die Nettelstedter Anhänger unter den 1.715 Zuschauern in der Merkur Arena aber wieder jubeln. Mit einem Tempogegenstoß erhöhte Ante Kaleb noch zum 16:12 (39.). Beim 17:12 (42.), erneut war Ante Kaleb erfolgreich, waren sich die Beobachter so gut wie sicher: Das musste die Vorentscheidung sein… Doch weit gefehlt: Der TuS leistete sich eine Schwächephase und Dessau gelangen plötzlich fünf Treffer hintereinander bis zu Tomas Pavliceks 17:17-Ausgleich. Es wurde also noch einmal spannend, beim 18:19 (51.) durch erneut Pavlicek, lag der TuS gar erstmals in dieser Partie zurück! Kenji Hövels glich für den TuS erneut – nach einem Dessauer Ballverlust – aus und Ante Kaleb, der ein richtig gutes Spiel zeigte, gelang erneut das Führungstor zum 20:19 (53.). Als dann im Gegenzug Peter Tatai einen feinen Wurf von Radek Sliwka aus dem Winkel boxte, tobte die Halle vor Freude. Dann traf erneut Kaleb, zum 21:19 in der 55. Minute. Auf der Gegenseite warf sodann Pavlicek vorbei – und Tim Remer trifft zu genau: Pfosten! Die Erlösung folgte kaum eine Sekunde später, denn den Abpraller konnte Nils Torbrügge sicher zum 22:19 (57.) verwerten. Dann passte nochmals Dessaus Sliwka ins Leere, aber per Siebenmeter gelingt Dessaus Vincent Sohmann der 20:22-Anschluss (58.). Pontus Zettermann und Lukasz Gierak schraubten in den letzten 90 Sekunden das Resultat noch auf 24:20! Routiniert und mit klarem Kopf brachten die Nettelstedter also den sechsten Heimsieg im sechsten Heimspiel dieser Saison unter Dach und Fach.

 

Stimmen zum Spiel:

Uwe Jungandreas (Dessau-Roßlauer HV): „Guten Abend und Glückwunsch an Aaron und Nettelstedt-Lübbecke. Wenn wir dem TuS das Leben heute schwer gemacht haben, freut mich das. Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten das Spiel offengehalten und wollten über das Tempospiel unsere Chancen suchen. Das ist uns nur zum Teil gelungen, aber wir sind, auch wenn es nicht so funktioniert hat, nie ganz aussichtslos in Rückstand geraten. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann 5 bis 6 schwierige Minuten, haben überhastet abgeschlossen. Zum Schluss hat Nettelstedt standesgemäß gewonnen. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft nicht unzufrieden, ebenso damit, wie wir uns hier heute Abend verkauft haben.

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „ Guten Abend und Danke für die Glückwünsche. Das Spiel ist so gelaufen, wie ich es befürchtet habe. Wir waren auf die offensive Abwehr und die Deckung gegen Pontus Zetterman vorbereitet. Wir haben uns auch ohne Ball gut bewegt, auch wenn uns Piotr Grabarczyk in der Abwehr doch gefehlt hat. Zum Ende der ersten Hälfte haben wir das nicht mehr so gut gelöst und Dessau zurück ins Spiel gebracht. Zum Beginn der zweiten Hälfte gelang es uns, dass wir uns erneut absetzten. Als Dessau wieder herankam und sogar kurz in Führung lag, haben wir dann aber gut weiter gefightet, einen klaren Kopf behalten und konnten sehr gut zurückkommen. Am Ende ist unser Sieg vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen. Sonntag wird uns ein ähnliches Spiel wie heute erwarten. Da hilft es uns, heute Abend so ein knappes Spiel für uns entschieden zu haben. Denn so bleiben wir weiter sehr fokussiert. Kompliment an den Kollegen, so offensiv spielen zu lassen. Ich bin sicher, auf diese Weise wird Dessau noch viele Punkte holen.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Blazicko, Tatai; Genz, Kaleb (5), Bechtloff (2), Grabarczyk, Gierak (3), Tauabo (n.e.), Gruszka (2), Torbrügge (2), Zetterman (7/4), Hövels (3), Remer.

Dessau-Roßlauer HV: Döhler, Ambrosius; Pavlicek (3), Donath, Wasielewski (1), Vanco, Sohmann (5/4), Sliwka (4), Pfeiffer (2), Schmidt, Hönicke (1), Schade (3), Hanner (1).

Siebenmeter: 4/5 Zetterman an Ambrosius (49.) – 4/4

Zeitstrafen: Torbrügge (28.), Remer (43.), Gierak (45.), Gruszka (58.) – Hönicke (20.), Hanner (37.), Pfeiffer (43.)

Schiedsrichter: Hannes / Hannes

Zuschauer: 1.715

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