Leidenschaftliches Derby: TuS unterliegt GWD 22:23

Ein hart umkämpftes Derby zeigten am Sonntagnachmittag der TuS N-Lübbecke und GWD Minden am zweiten Pokalturnier-Tag in Minden bei der Entscheidung, wer ins DHB-Pokal-Achtelfinale einziehen darf. Letztendlich hatten die Grün-Weißen das Glück auf ihrer Seite und gewannen mit 23:22 (11:12). Der TuS N-Lübbecke legte gegen die Wertung des Derbys zwar noch Protest ein, diesem wurde nach langen Verhandlungen allerdings nicht stattgegeben.

 

Auf das erste Tor mussten die 1.035 Zuschauer in der Kampa-Halle bis zur 3. Minute warten. Alexandar Svitlica traf als erster, scheiterte zuvor aber schon zwei Mal an TuS-Torhüter Pater Tatai, der auch heute wieder glänzend aufgelegt war. In der Anfangsphase spielten beide Mannschaften auf Augenhöhe, bis Pontus Zetterman (zweimal) und nach zwei Tempogegenstößen René Gruszka und Tim Remer zur 7:4-Führung des TuS trafen. Die Ballgewinne für Lübbecke resultierten vor allem aus der guten 6:0-Deckung mit Abwehrchef Piotr Grabarczyk. Bis zur 17. Minute gelang GWD der erneute Ausgleich zum 7:7. TuS-Trainer Aaron Ziercke nahm eine Auszeit (20.) und Nils Torbrügge und Pontus Zetterman eroberten die TuS-Führung zum 9:7 (21.) erneut zurück. Eine Zweiminutenstrafe gegen Piotr Grabarczyk brachte den TuS zunächst noch einmal ins Hintertreffen, doch Jens Bechtloff glich zweimal zum 10:10 (28.) und 11:11 (29.) aus. Dank eines erneuten Ballgewinns und eines Tempogegenstoßes von Lukasz Gierak schien eine Pausenführung doch noch möglich. Moritz Schäpsmeier aber stoppte Lukasz Gierak mit einem Foul und kassierte dafür die Rote Karte. Für die TuS-Führung und zum Pausenstand von 12:11 sorgte dann Tim Remer mit dem verwandelten Siebenmeter.

Nach Wiederanpfiff baute der TuS die Führung zunächst wieder auf 16:14 (37.) aus. Dem TuS-Team gelang es nicht, diese zu halten und GWD Minden kam einmal mehr durch Christoffer Rambo und Marian Michalczik zum 16:16-Ausgleich (39.). Nettelstedt kämpfte leidenschaftlich und im Tor sorgte Nikola Blazicko für den nötigen Rückhalt der Abwehrreihe. Mit drei Toren in Folge, vom 18:18-Ausgleich bis zur 21:18-Führung (47.), setzten sich die Ziercke-Schützlinge dann ab. In den letzten acht Minuten verließ den TuS jedoch das ja manchmal notwendige Quäntchen Glück. Kenji Hövels, der auf Rückraum-Mitte für Ante Kaleb gekommen war, scheiterte zwei Mal an Mindens Torhüter Gerrie Eijlers und vorne gelang GWD durch Marian Michalczik der 22:22-Ausgelich (57.). Anschließend setzte Alexandar Svitlica den 23:22-Siegtreffer für GWD Minden. Nach einem erneut gehaltenen Wurf Nikola Blazickos überstürzten sich die Ereignisse in der Kampa-Halle: Mindens Dalibor Doder verhinderte einen Abwurf Blazickos. Die Schiedsrichter pfiffen und gaben Doder eine Zweiminutenstrafe. Peter Tatai reklamierte lautstark von der Bank und erhielt dafür eine rote und blaue Karte (die blaue Karte zieht nach den neuen Regularien einen Bericht der Schiedsrichter nach sich). Ein Siebenmeter wurde nicht mehr ausgeführt.

Nach dem Spiel legten die TuS-Verantwortlichen Protest gegen die Schiedsrichterentscheidung ein. Nach einer langen Verhandlung im Anschluss an die Partie wurde dem Einspruch jedoch nicht stattgegeben (siehe Extra-Bericht).

 

Stimme zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Ich bin sehr zufrieden mit den beiden Leistungen, die wir an diesem Wochenende gezeigt haben. Es ist ärgerlich, dass wir am Ende das zweite Spiel nicht gewinnen konnten. Dennoch präsentierten wir uns gestern und heute gut und lieferten einen Super-Kampf geliefert. Auch heute wurde oft das umgesetzt, was ich mir vorgestellt habe. Bei unserer eigenen Überzahl spielt wir aber, ohne den Kopf einzuschalten. Das ist aber aus meiner Sicht der überwiegend jungen Mannschaft geschuldet. Dadurch haben wir GWD auch wieder die Chance eingeräumt, ins Spiel zurückzukommen. Natürlich ist es am Ende ärgerlich, dass wir verloren haben. Wir gehen jetzt aber auf jeden Fall mit einem guten Gefühl in die Punktspiel-Serie.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Blazicko, Tatai, Genz (n.e.), Kaleb (3), Bechtloff (5), Grabarczyk, Gierak, Tauabo (1), Gruszka (2), Torbrügge (1), Zetterman (7/1), Hövels, Remer (3/1).

GWD Minden: Birlehm, Eijlers, Kozlina (1), Freimann, Sjöstrand (6/4), Rambo (3), Südmeier, Larsson (1), Jernemyr, Michalczik (4), Svitlica (5), Doder (3), Freitag, Schäpsmeier, Korte (n.e.), Wieling (n.e.).

Zeitstrafen: 4 – 8 Grabarczyk (18. + 24.), Torbrügge (23.) Tatai (59.) – Rambo (11.), Svitlica (29. + 53. + 59.), Schäpsmeier (29.), Kozlina (37.), Freiman (47.), Jernemyr (52.).

Disqualifikationen: Schäpsmeier (29.), Tatai (59.), Svitlica (3. Zeitstrafe)

Siebenmeter: 2/4 – 4/4 Zetterman an Eijlers (22.), Remer an Eijlers (47.)

Schiedsrichter: Robert Schulze/Tobias Tönnies

Zuschauer: 1.035

  • Nils Torbrügge gegen helge Freimann und Magnus Jernemyr
  • Pontus Zetterman beim Siebenmeter gegen Gerrie Eijlers
  • Piotr Grabarczyk und Nils Torbrügge
  • Ante kaleb und Jens Bechtloff

 

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