Kein schöner TuS-Abend: Trotz knappen Resultats – dieser 21:19-Sieg ist für GWD verdient

Der TuS N-Lübbecke muss Alarmbereitschaft für sich im Abstiegskampf nun endgültig akzeptieren. Strosack und Co. lieferten GWD Minden zwar einen sehr engagierten Kampf und einen ganz dicken Pluspunkt heimste das Lübbecker Publikum ein, wie Sportlicher Leiter Rolf Hermann hernach klar herausstellte. Doch 7 Tore in der 1. Halbzeit, das ist einfach zu wenig für eine Mannschaft in der 1. Liga. Die 19:21 (7:10)-Niederlage des TuS gegen den Kreisrivalen war verdient, auch wenn bis kurz vor Schluss zumindest noch ein Unentschieden in Sichtweite blieb. Gut bei den Rothemden waren nur Tom Skroblien (9/2 Treffer) und zwischen den Pfosten Havard Asheim (11/1 Paraden). Nahezu über die gesamte Spielzeit (Ausnahme, 10:10, 33. Minute) blieb GWD in Front und hat seit Donnerstagabend Platz 16 erklommen, während Nettelstedt-Lübbecke sich erstmals in der laufenden Saison auf einem Abstiegsplatz (Rang 17) wiederfindet. Immerhin haben die Kurtagic-Schützlinge jetzt zwei Wochen und drei Tage Zeit, um die Derby-Niederlage zu verarbeiten, sich zu sammeln und ganz einfach neue Kräfte zu mobilisieren. Am Sonntag, 27. März, geht die Dienstreise nach Leipzig.

 

Den besseren Start erwischten die Grün-Weißen, was ihnen im weiteren Spielverlauf moralisch recht gut half. Sie sollten zudem – was an dieser Stelle bereits erwähnt werden darf – zu den meisten Treffern mit weniger Aufwand kommen, im Gegensatz zum TuS. Noch am knappsten war der 2:3-Zwischenstand, nachdem Tom Skroblien per Siebenmeter zum 2:3 (12. Minute) verkürzt hatte. Super angespielt am Kreis wurde die Nettelstedter Nr. 52 beim 5:7 (20.). In der 22. Spielminute wehrte Havard Asheim, der diesmal durchspielte, bei Unterzahl gleich zweimal klasse ab – gegen Kranzmann und Zeitz. Negativer Höhepunkt beim TuS dagegen der Fehlpass in der 29. Minute bei doppelter (!) Überzahl.

Aber Kampfesmoral bewies der TuS mehrmals im zweiten Durchgang. Vor allem gelang es, den 7:10-Pausenrückstand zum 10:10 auszugleichen, das einzige Mal an diesem Derby-Abend stand es pari-pari. Tom Skroblien per Siebener (31.), Peter Strosack (33.) und wieder Tom Skroblien (von seiner Stammposition links außen aus, 33.) hatten dies besorgt. Genauso rasch hatte GWD aber auf 10:13 aufgestockt, dabei waren zwei Rückraum-Hammer von Miro Schluroff. Nach längerer Zeit mal wieder auf zwei Tore Abstand herangekommen waren die Hausherren beim 19:21. Aber 1 Minute und 37 Sekunden vor Schluss hatte Minden nun Ballbesitz und ließ auch nichts mehr anbrennen, wobei da auch noch eine Auszeit zur besseren Orientierung der Gäste beitrug.

Nettelstedts Linksaußen Tom Skroblien machte unmittelbar nach Spielschluss nicht zuletzt „die mangelnde Chancenverwertung“ für die Niederlage verantwortlich. Die Abwehr sei okay gewesen, auch das Rückzugsverhalten. Um im weiteren Verlauf der 2. Halbzeit wieder ganz heranzukommen, habe immer ein Stückchen gefehlt. Nun sei bis zur nächsten Partie etwas Zeit, und die Saison sei „erst in drei Monaten zu Ende“. Klar aber auch, dass „ab sofort jedes Match für uns ein Endspiel sein wird“. Kreisläufer und Abwehrspieler Tin Kontrec bat um Verständnis für seine Wortkargheit. Aber dann doch die Aussage, dass „vorn nur 19 Treffer einem Derby kaum würdig sind“.

Lübbeckes Sportlicher Leiter Rolf Hermann machte keinen Hehl daraus, „sehr enttäuscht zu sein“. Die Einstellung „unserer Spieler war okay, ja“. Die Abwehr kassiere lediglich 21 Treffer, „auch damit kann man leben“. Aber „die Art, wie wir gespielt haben, macht es einfach sehr schwer, wieder erfolgreichen Handball hinzubekommen. Das alles in Kombination mit schlechter Chancenverwertung“. Rolf Hermann wünscht sich, „dass wir vorn wieder mehr aus der Bewegung kommen“. Das TuS-Publikum bekam aber noch ein dickes Lob ab. „Egal, welchen Spielstand die Tafel anzeigte, es hat uns ganz, ganz hervorragend unterstützt. Danke, Danke“, hatte der Sportliche Leiter aus diesem Grund für einen kurzen Moment das Lächeln wieder gewonnen.

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Es war das erwartete Match. Beide Abwehrreihen haben dominiert. Die schlechtere Wurfquote unsererseits hat die Partie entschieden. Dazu kam: Unser Torwart hat gut, der Mindener Keeper sehr gut gehalten. Es gelingt uns, genügend Chancen zu erarbeiten… GWD hat das alles heute Abend etwas besser gemacht als wir. Einsatz, Leidenschaft und Kampf stimmten bei uns, da mache ich den Jungs keinen Vorwurf.“

Frank Carstens (GWD Minden): „Alles, was heute Abend passiert ist, freut mich sehr. Zumindest gefühlt haben wir seit Saisonbeginn auf dem letzten Tabellenplatz gestanden, haben die anderen Teams nur aus der Ferne beobachten können. Wir haben einen langen Anlauf genommen. Das hier heute Abend war ein Meilenstein, auch wenn wir noch gar nichts erreicht haben. Wieviel Druck auf beiden Mannschaften lastete, hat man vor allem in der ersten Halbzeit erahnen können. Es war ein hoch intensives Match mit Emotionen, woraus auf beiden Seiten aber auch Fehler resultierten. Unsere Abwehrarbeit war klasse, vor allem unser Innenblock hat über 60 Minuten Hervorragendes geleistet.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Rezar, Asheim (11/1 P.); Tokuda, Heiny (3), Gernus, Wolf, Petreikis (2), Strosack (2), Mundus, Dräger, Kontrec, Mrakovcic (1), Nissen, Petrovsky (2), Skroblien (9/2).

GWD Minden: Lichtlein, Semisch (8 P.); Meister (3), Janke, Kranzmann (2), Richtzenhain, Zeitz, Korte, Thiele, Pieczkowski (1), Schluroff (4), Staar, Vignjevic, Urban (4), Grebenc (1), Darmoul (6/1).

Siebenmeter: 2/3 – 1/2 Skroblien neben das Tor – Darmoul an Asheim

Zeitstrafen 4:7 – Kontrenc (3. + 22.), Heiny (8.), Dräger (13.) – Grebenc (13.), Pieczkowski (17. + 50.), Richtzenhain (25.), Urban (28.), Zeitz (30.), Thiele (31.).

Schiedsrichter Tobias Schulze und Robert Tönnies

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