In erster Halbzeit eine Demütigung für den TuS – Danach wird’s besser, aber nicht gut genug: 22:29 gegen die Rhein-Neckar Löwen

Das war in den ersten 30 Minuten eine völlig desolate Leistung des Aufsteigers aus Lübbecke. Der TuS N-Lübbecke hat mit dieser völlig verdienten 22:29 (9:18)-Niederlage, die leicht noch höher hätte ausfallen können, einen neuerlichen Tiefpunkt erreicht. Bei 0:4 nach 2 Minuten 59 Sekunden war bereits die erste Auszeit erforderlich, es folgten das 0:5 und nach 18 Minuten stand es 3:13. Durchaus hatten die Gäste – in der ersten Spielhälfte zumal – einen ihrer besseren Tage erwischt. Das darf die Nettelstedter Leistung aber keinesfalls entschuldigen. Nach der 13. Niederlage hintereinander dürften sich die Ostwestfalen ab sofort mit der 2. Liga anfreunden müssen, auch wenn rechnerisch immer noch was drin ist, da auch Balingen und Minden an diesem Spieltag verloren.

 

Zwei Fehlwürfe, Ballverlust, Fehlpass, technischer Fehler vorn und hinten binnen kaum mehr als vier Minuten fünf Treffer kassiert: Somit war diese Partie im Nu entschieden. Der 3:13-Zwischenstand, da waren noch keine 20 Minuten absolviert, schien gar eine Katastrophe für die Hausherren einzuläuten. Ein 5:2-Lauf des TuS vom 4:14 (20.) bis zum 9:16 (26.) entschärfte das Desaster zumindest ein wenig.

Für einen Sieg kamen die Kurtagic-Schützlinge aber auch nach dem Seitenwechsel nicht mehr in Frage, als vom 9:18 auf 13:19 gestellt worden war. Der Abstand war schon zu groß und Fehler beim TuS häuften sich alsbald erneut. Da die 2. Halbzeit für Nettelstedt sogar mit 13:11 „gewonnen“ wurde, kam es noch zu einem Ergebnis, dass die Dominanz der Gäste nicht so sehr abbildet wie sie im Grunde über 60 Minuten war. Zwar besserte sich das TuS-Team, doch Erstliga-Niveau zeigten die Rothemden so gut wie nie. Allenfalls Tom Skroblien mit 10/1 Treffern stach ein wenig bei den Hausherren hervor. Tempogegenstöße dabei, die endlich wieder von Erfolg gekrönt waren. Unter dem Strich bleibt dennoch nichts für den wohl ersten Absteiger dieser Bundesliga-Saison, sollte nicht noch ein ganz großes Wunder passieren.

Nettelstedts Rückraumspieler Tom Wolf stellte fest, in der 2. Halbzeit habe das TuS-Team es zwar etwas besser gemacht als zuvor, die schlechte Leistung in der 1. Hälfte wiege das aber nicht auf. In der Halbzeitpause habe man sich vorgenommen, „einen Neustart zu versuchen, die Abläufe wieder mehr zu verinnerlichen, neues Selbstvertrauen zu tanken“. Das hatte man sich ab der ersten Spielminute auch schon vorgenommen, „aber nach so kurzer Zeit 0:5 hinten zu liegen…“ Wir laden „den Gegner dazu ein“. Mit sich selbst ist Tom Wolf auch noch lange nicht zufrieden. Trainingserfolge und die Belastung im Spiel, das seien zwei Paar Schuhe, „wenn man so lange Zeit verletzt gewesen ist“.

Lübbeckes Sportlicher Leiter Rolf Hermann war angefressen und beschloss das Kurz-Statement mit der TuS-Internet-Redaktion mit einem „Ich habe fertig!“ – in Anspielung auf einstmals Giovanni Trapattoni, 1998 beim FC Bayern. Allerdings formulierte Hermann alles in ruhigem Ton: „Wenn Du Dir die 1. Halbzeit ansiehst… Ich erwarte Kampf und Leidenschaft im Spiel. Das habe ich in den ersten 30 Minuten in jeder Hinsicht vermisst! Dabei ist es völlig egal, wie der Gegner heißt. In dieser Situation erwarte ich von uns allen, Verantwortlichen, Trainern und Spielern, dass wir uns berechtigter Kritik von Sponsoren und Fans stellen. In die Kommunikation gehen – nenne ich das!“

Stimmen zum Spiel

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke):

„Das war ein sehr, sehr verdienter Sieg für die Rhein-Neckar Löwen, der mit „Minus 7″ eher noch zu gering ausgefallen ist. Was meine Mannschaft in der 1. Halbzeit geboten hat, das war so undiszipliniert und desolat wir noch nie in den 3 Jahren, in denen ich jetzt hier bin, gespielt haben. Mir fehlen die Worte dafür. Ruckzuck steht es 0:5 und 3:13. 21 Fehler passieren uns in der 1. Halbzeit! Trotz allem müssen wir den Kopf oben behalten und die Jungs nächsten Sonntag in Hamburg eine Reaktion zeigen!“

Ljubomir Vranjes (Rhein Neckar-Löwen):

„Natürlich bin ich zufrieden über diese zwei Punkte. In der 1. Halbzeit haben wir das einfach gut durchgespielt. Über eine konzentrierte Abwehr und guten Torwart kamen wir zu vielen Gegenstößen. Nach der Pause geht die Konzentration bei uns etwas verloren. Aber führst Du nach 30 Minuten schon 18:9, ist es danach nicht immer leicht. Ich war selbst früher Spieler… Jedoch: Wir haben verdient gewonnen.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Asheim, Rezar (7/1 P.); Tokuda, Heiny (1), Baumgärtner, Wolf, Petreikis, Strosack (3), Mundus (1), Dräger (2), Kontrec (1), Mrakovcic (1), Spohn (3), Nissen (1), Petrovsky, Skroblien (9/1).

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (8 P.), Birlehm (4 P.), Katsigiannis; Schmid (2), Kirkelokke (3), Patreil, Knorr (5/1), Helander (7/1), More, Abutovic, Lagergren (2), Groetzki (7), Horzen (3), Gislason.

Siebenmeter: 1/1 – 2/4 Schmid vorbei (8.), Helander an Rezar (34.)

Zeitstrafen: 4:1 – Mrakovcic (28.), Heiny (37.), Kontrec (41.), Petrovsky (50.) – Gislason (26.)

Schiedsrichter: Jannik Otto und Raphael Pieper

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