Beide Teams mit Klasse-Handball – TuS charakterstark zum 32:30-Sieg

Während der VfL Lübeck-Schwartau nach sechs Siegen in Folge erstmals wieder verlor, hat der TuS N-Lübbecke seine kleine Leistungsdelle von zuvor 1:3 Punkten vergessen gemacht. Mit 32:30 (16:15) gewannen die Kurtagic-Schützlinge am Freitagabend gegen die Nordlichter und schafften den Sieg in den letzten 46 Sekunden, weil die Gäste in den letzten zwei Minuten zunächst zwei Fehlwürfe hatten und ihnen dann noch ein technischer Fehler passierte, wogegen die Nettelstedter charakterstark beim Spielstand 30:30 mit Peter Strosack (59:14) und Lutz Heiny (59:59) gleich noch zwei i-Tüpfelchen setzten. Es war ein prima anzusehendes Match von zwei Teams, die auf sehr hohem Zweitliga-Niveau daherkamen. Der TuS könnte sich bei nunmehr 12:6 Zählern nun vielleicht doch ein wenig weiter oben im Klassement einnisten.

 

In der 1. Halbzeit war eine interessante Torfolge zu verzeichnen. Fast immer gingen die Hausherren in Front, stets glich Lübeck-Schwartau aus. Das verlief vom 1:0 bis zum Halbzeitstand von 16:15 so (Ausnahme das 6:4 für den TuS, dem bald das 6:6 folgte). Dies dokumentierte die Ausgeglichenheit, aber auch die andauernde Präsenz, die absolute Konzentration auf beiden Seiten. Niemand schenkte dem anderen etwas, da schaute man sehr gern zu. Besonders erwähnenswert war gewiss das 3:2 durch Benas Petreikis (5. Minute), als er im „1 gegen 1“ allein durch eine flotte Drehung die gegnerische Abwehr ins Leere laufen ließ. Einfach mal abgezogen aus dem Rückraum hatte Lutz Heiny beim 5:4 (12.) – und das bei Unterzahl. Und eine Minute später war es derselbe Spieler mit einem – zunächst angetäuschten, dann vollzogenen – Wurf: Wieder aus dem Rückraum, wieder bei Unterzahl.

Ein weiteres Unterzahltor gelang dem TuS dank Tom Skroblien, als dieser nach 21 Minuten zum 10:9 vom Siebenmeterpunkt aus traf. Mit 12/5 Toren avancierte der Lübbecker Linksaußen zum Spieler mit der besten Trefferquote an diesem Abend. Dem 11:10 (22.) von Skroblien ging eine fabelhafte Kombination des TuS voraus. Und vor seinem 12:11 (23.) hatte sich Peter Strosack wunderschön am Kreis in halblinker Position angeboten. Zum Halbzeitstand von 15:14 kam es, als wiederum Mannschaftskapitän Strosack, diesmal mit wunderschönem Heber, vollendete (30.).

Bei der Halbzeitstatistik stachen diese Daten ins Auge (der TuS immer zuerst genannt): 76,2 : 68,2 % erfolgreiche Angriffe; Kreisläufer-Tore 4:1; Unterzahl-Treffer 3:0; Wurfquote 69,6 : 57,7 %; Quote gehaltener Bälle 31,8 : 23,8 %.

Die höchste Führung für die heimischen Rothemden war beim 19:16 (33.) erreicht, als „Valle“ Spohn in den Winkel traf (ganz oben am rechten Pfosten und dann hinein). Zuvor hatte Dominik Ebner (17:15, 31.) toll die Lücke gefunden und war dann sozusagen durchmarschiert. Und Marco Bagaric hatte in der 2. Welle zum 18:16 (32.) getroffen. Den einzigen Rückstand (21:22, 42.) beantworte der TuS mit einem Treffer nach Schneller Mitte, es war das 22:22, ebenfalls in der 42. Minute. In der 46. Minute kassierte TuS-Spieler Yannick Dräger bei einer Abwehraktion die Rote Karte (46.).

Die letzten 8 Minuten kann man am besten im Telegramstil schildern: Raguse für die Gäste zum 26:26 (52.), Petreikis für den TuS 27:26 (52.), übrigens nach allerfeinstem Assist durch Heiny; Rezar-Parade; Stürmerfoul des TuS; Auszeit-Lübeck; Versteijnen ans Holz, aber Ballbesitz für Lübeck; Löfström 27:27 (54.); Heiny 28:27 (55.); Versteijnen 28:28 (55.) (2. Welle); 29:28 Skroblien (56.) (aus der Linksaußen-Position nach schulmäßiger Vorbereitung der Kameraden); Versteijnen 29:29 (57.); 30:29 (57.) Skroblien, Siebenmeter; Versteijnen 30:30 (57.); TuS-Fehlwurf; Lübeck-Schwartau-Fehlwurf; Ecke für die Gäste; Versteijnen-Fehlwurf; Strosack 31:30 (59:14 min.); Technischer Fehler bei den Gästen; bei 59:52 Auszeit des TuS; Offene Manndeckung durch den VfL Lübeck-Schwartau; Heiny 32:30 (59:59 min).

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Technisch und taktisch haben sich hier heute Abend zwei sehr gute Mannschaften gegenübergestanden. Die Angriffsreihen haben dominiert und es war auch eine überwiegend faire Partie. Kleinigkeiten haben am Ende den Spielausgang entschieden, das gehört zum Handball dazu. Ich bin auch deshalb glücklich, weil wir nur beim 21:22 einmal kurz hinten gelegen haben, aber gleich wieder dank schneller Mitte ausgleichen. Vom Kopf her sind wir mutig geblieben. Das waren jetzt zwei sehr wichtige Punkte für uns, aber die Jungs haben auch hart dafür gearbeitet.“

Piotr Przybecki (VfL Lübeck-Schwartau): „Dieses Spiel war von beiden Seiten klasse, schade, dass das keine Zuschauer in der Halle erleben konnten. Unser Gegner hat sich seinen Sieg hart erarbeiten müssen, aber eben auch sehr gut agiert. Auch ich mache meinen Jungs ein Kompliment. In der 1. Halbzeit waren wir gelegentlich etwas zu weit von den Gegenspielern weg, da hatte mir der TuS manchmal zu viel Platz. Aber letztlich haben beide Mannschaften für viel Tempo gesorgt und schöne Aktionen gezeigt. Am Ende passieren uns kleine Fehler, die den Ausschlag geben.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Rezar (9 P.), Jepsen (2 P.); Becvar, Heiny (5), Ebner (3), Petreikis (3), Bagaric (2), Strosack (3), Mundus, Dräger (2), Spohn (2), Nissen, Speckmann, Skroblien (12/4), Criciotoiu.

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (4 P.), Conrad (7 P.), Potratz, Gonschor (4), Raguse (2), Lindskog Andersson (4), Hansen (1), Löfström (4), Waschul , Versteijnen (8), Schrader (1), Kretschmer (3), Hagen, Bruhn (3).

Siebenmeter: 3/4 – 2/2 Skroblien an Klockmann (8.)

Zeitstrafen: Dräger (12.), Ebner (13.) Heiny (20.) – Hansen (8.), Versteijnen (50.), Waschul (57.)

Disqualifikation: 46. Dräger

Schiedsrichter: Matthias Klinke und Sebastian Klinke

Zuschauer: – in der Merkur Arena

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