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TuS begeistert in Hälfte zwei

Mi, Sep 12, 2012

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TuS begeistert in Hälfte zwei

Der TuS N-Lübbecke konnte am Abend erstmals seit 14 Jahren wieder einen Heimsieg gegen den SC Magdeburg feiern. Mit nun 6:2 Punkten rücken die Ostwestfalen auf den 4. Platz der DKB Handball-Bundesliga. Dabei sah es in den ersten Minuten gar nicht gut für die Mannschaft von Cheftrainer Gennadij Chalepo aus. Die Gäste aus Magdeburg lagen in der Merkur Arena bereits mit 5:0 in Front, ehe Arne Niemeyer erst in der 9. Spielminute das erste Tor für die Hausherren gelang. Danach kämpften sich die Rot-Schwarzen zurück ins Spiel und waren mit einem 11:12-Pausenstand wieder auf Augenhöhe. In der zweiten Hälfte drehte das stärkste “Dorf” dann voll auf. Mit großer Leidenschaft und einem frenetischen Publikum im Rücken spielte der TuS in der Schlussphase wie entfesselt und ging schließlich mit 29:24 als verdienter Sieger von der Platte.

Ein Erfolg, mit dem nach den ersten Minuten wohl nur die wenigsten der 1.948 Zuschauer in der Lübbecker Merkur Arena gerechnet haben. Anstelle des Triumphes, für den sich der TuS nach 60 Minuten feiern lassen konnte, mussten die Anhänger der Rot-Schwarzen nach der Anfangsphase Angst vor einer “Klatsche” haben. Der Gast aus Magdeburg erwischte einen Start nach Maß, hatte das Spiel absolut unter Kontrolle und legte einen 5:0-Lauf hin.

Zu Beginn der Partie fand der TuS N-Lübbecke überhaupt kein Mittel gegen die Magdeburger Deckung. Erst nach neun Minuten erlöste Arne Niemeyer seine Mannschaftskameraden und die eigenen Fans mit dem ersten Treffer für den Gastgeber. Damit schien der Knoten beim Team von Chalepo geplatzt zu sein, dass trotz der kritischen Situation die Ruhe behalten hatte. Dennis Wilke und noch einmal Arne Niemeyer legten nach und sorgten für Erleichterung nach dem verpatzten Beginn.

Jetzt war auch die Abwehr des TuS im Spiel und fand Zugriff auf die Offensivkräfte des SCM, denen das Spiel nun merklich schwerer gemacht wurde. Auf der Gegenseite arbeitete sich Nettelstedt schrittweise an die Mannschaft von Frank Carstens heran. Erst gelang Tomasz Tluczynski per Siebenmeter der Anschlusstreffer, dann markierte Jens Schöngarth, der für den angeschlagenen Kristian Svensson im rechten Rückraum eine sehr gute Partie ablieferte, den 7:7-Ausgleich in der 20. Minute.

Der schwache Auftakt in die Begegnung war damit aus der Welt geschaffen. In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit bewegten sich beide Teams im Gleichschritt, wenngleich die Spieler aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts stets vorlegten. Kurz vor dem Pausenpfiff deutete alles auf ein ausgeglichenes Ergebnis hin, doch SCM-Neuzugang Stefan Kneer besorgte mit der Sirene noch die 12:11-Halbzeit-Führung für seine Farben.

Dass das Team von Cheftrainer Gennadij Chalepo nach einem solchen Rückstand wieder zurück ins Spiel gefunden hatte, ließ Niemeyer, Vukovic und Co. mit neuem Selbstvertrauen in den zweiten Durchgang gehen. Von Beginn an war der größere Wille der Hausherren zu spüren, die so auch die Halle noch stärker hinter sich brachten. In der 33. Minute war die Führung gedreht – es war das erste Mal, dass das stärkste „Dorf“ in diesem Spiel vorn lag. Jens Schöngarth brachte den TuS mit seinem Tor mit 13:12 in Front, Magdeburg sollte von da an bis zum Ende nur noch einmal vorne liegen.

Beide Mannschaften bewegten sich fortan weiter auf Augenhöhe, was vor allem daran lag, dass beide Deckungsreihen auf hohem Niveau agierten. Acht Minuten vor dem Ende war Magdeburg beim 23:22 immer noch in direkter Reichweite. Dennoch hatte Lübbecke jetzt die besseren Aktionen und machte so den Eindruck, dass Spiel nun endgültig an sich zu ziehen. Entscheidender Faktor in dieser Phase wurde der Ex-Magdeburger Dario Quenstedt im Nettelstedter Tor, der sich als starker Rückhalt hinter einer ebenso guten Abwehr präsentierte. Bei einem Großteil der Würfe, die auf das Tor durchkamen, war der 22-Jährige, der seit der 18. Minute das Tor hütete, zur Stelle.

Angefeuert von dem begeisterten Publikum sorgten er mit seinen Paraden und die Innenverteidigung mit zwei geblockten Würfen in diesen entscheidenden Minuten für die Ballgewinne, die zu den wichtigen Toren nach Kontern führten. So beendeten Daniel Svensson und Dennis Wilke mit ihren Treffern nach Tempogegenstößen einen Lauf von vier Toren zum 27:22 in der 59. Minute. Damit war die Entscheidung zugunsten des TuS N-Lübbecke gefallen und die Spieler konnten in der letzten Minute die stehenden Ovationen der Zuschauer genießen. Sehenswerter Abschluss der Partie war das Unterhand-Tor von Pawel Niewrzawa in den Winkel – der erste Treffer für den Neuzugang bei seinem ersten Auftritt in heimischer Halle.

“Wir sind enttäuscht, dass wir das Spiel nach einem tollen Start so abgegeben haben”, erklärte Frank Carstens nach der Partie. “Dario Quenstedt hat eine super Leistung gezeigt und insgesamt war Nettelstedt heute sehr stark. Mit ihrer Abwehr, die sehr aggressiv raus getreten ist, haben sie unseren Spielfluss unterbunden. Zudem haben wir das komplette Spiel unsere Angriffe nicht so abgeschlossen, wie man das muss, um hier zu bestehen.”

Gennadij Chalepo zeigte sich nach Spielende dagegen äußerst zufrieden: “Natürlich war der Start nicht glücklich, aber mit dieser Leidenschaft hat sich die ganze Mannschaft ein großes Lob verdient. In der zweiten Halbzeit haben wir eine Leistung gezeigt, an der es beinahe nichts zu meckern gibt. Die Fans haben uns auch wieder sehr geholfen. Diese tolle Atmosphäre hat mich an meine Spielerzeit erinnert.”

Statistik:

TuS N-Lübbecke – SC Magdeburg 29:24 (11:12)

TuS: Blazicko (3), Quenstedt (17/1); Gustafsson (1), Løke (5), Vukovic (1), Wilke (6/1), K. Svensson (n.e.), Tluczynski (1/1), Gartmann (n.e.), Niewrzawa (1), D. Svensson (4), Niemeyer (3), Schöngarth (6), Remer (1)

SCM: Gustavsson (1/1), Eijlers (8); Wiegert, Kneer (6), Rojewski (2), Landsberg (1), Pajovic, van Olphen (1), Hornke (n.e.), Grafenhorst (2), Tönnesen (1), Schäpsmeier (3), Weber (5/1), Jurecki (3)

Siebenmeter: 3/2 – 2/1 – Tluczynski scheitert an Gustavsson — Weber scheitert an Quenstedt

Strafminuten: 0 – 4 — Schäpsmeier (12.), Landsberg (37.)

Schiedsrichter: Matthias Brauer und Kay Holm

Zuschauer: 1.948

Spielfilm: 0:1 (1.), 0:2 (3.), 0:3 (5.), 0:4 (7.), 0:5 (9.), 3:5 (12.), 4:6 (15.), 5:7 (18.), 7:7 (20.), 8:8 (22.), 9:10 (25.), 10:10 (27.), 11:12 (HZ), 12:12 (31.), 14:13 (36.), 17:15 (40.), 17:17 (41.), 19:19 (44.), 19:20 (46.), 21:20 (49.), 22:21 (51.), 23:22 (53.), 24:22 (55.), 25:22 (57.), 29:24 (EN)

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